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Ponyhof: Die persönliche Zeitenwende von Olaf Scholz

Das Leben ist kein Ponyhof heißt es und soll ausdrücken, das Dinge selten so verlaufen, wie man es sich wünscht. Doch was, wenn das Leben über eine “Repeat!” Taste verfügen würde und man bestimmte Ereignisse noch einmal abspielen könnte, nur mit anderem Ausgang? Das ist der Kern dieser kurzweiligen und unregelmässig erscheinenden Kolumne namens Ponyhof.

Diese Woche empfing Bundeskanzler Scholz den Palästinenserpräsident Abbas zu einer gemeinsamen Pressekonferenz. Dabei kam es zum Eklat. Schlimmer als die Holocaust-leugnenden Aussagen Abbas, war das schmerzhafte Schweigen von Scholz, welcher erst später die notwendigen Worte fand. Schuld sei der Regierungssprecher Hebestreit gewesen, welcher die Pressekonferenz nach Abbas Worten beendete, ohne Scholz die Chance auf Erwiderung gab. Nur die letzte peinliche Episode in einer langen Kette von maximal ungenügenden Kommunikationsdesastern.

Im Ponyhof hingegen geschah folgendes …

“Entschuldigung, aber das kann ich so nicht stehen lassen”, unterbrach Bundeskanzler Scholz seinen Regierungssprecher Steffen Hebestreit, als dieser gerade die Pressekonferenz mit Palästinenserpräsident Abbas beenden wollte. Dem voraus waren mehrere kontroverse Aussagen von Abbas gegangen, welche man mindestens als Holocaust-verharmlosend bezeichnen muss. Sowohl Abbas, als auch Hebestreit wirkten sichtlich überrascht, angesichts von Scholz energischer Intervention. Der sonst so kühle Hanseat wirkte sichtlich verärgert.

“Bei allen gebührenden Respekt vor Ihnen, sowie den Palästinensern die sie hier vertreten. Und bei allem Verständnis über die Empörung über die Leiden, die ihr Volk angesichts der Besatzung der Israeliten zu ertragen hat. Als Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland muss ich Ihre Ausführungen zum Holocaust entschieden zurückweisen. Persönlich empfinde ich Ihre Aussagen angesichts der Singularität dieses schrecklichen Verbrechens als unerträglich. Dies ganz besonders auf dem Boden des Landes, von dem diese furchtbaren Verbrechen aus geplant und auf brutalste und unmenschlichste Art und Weise ausgeführt wurden. Als Deutsche ist es unsere historische Pflicht, derartige Verbrechen nie wieder möglich zu machen. Dies beginnt bei der Sprache. Ich fordere Sie Hier und Jetzt dazu auf, Ihre Aussagen zu korrigieren. Als Vertreter dieser Nation sehe ich mich ansonsten nicht in der Lage, sie weiterhin als Gast in Deutschland willkommen zu heißen.”

Der sichtlich brüskierte Abbas versuchte anschließend seine Aussagen zu relativieren. Die Pressekonferenz endete wenig später kühl und ohne weitere Freundlichkeiten. Scholz erntete anschließend viel Respekt für seine klaren Worten. Über alle politischen Lager hinweg, dankte man Scholz für die Darstellung seines unverrückbaren Standpunktes. In Umfragen zeigten sich viele Bürger überrascht über die Leidenschaft des sonst als “Scholzomaten” verschrien Kanzlers. Offenbar, hatten viele Ihnen diese klaren Worte nicht zugetraut. Wenig verwunderlich gingen in den folgenden Wochen seine persönlichen Beliebtheitswerte steil nach oben. Ohne sich zu verbiegen und jemanden zu imitieren der er nicht ist, zeigte Scholz anschließend öfter einmal Emotionen, kommunizierte gefühlt klarer, leidenschaftlicher und alles in allem verständlicher, weil Volksnäher. Der kontroverse Besuch Abbas wurde zu Scholz persönlicher Zeitenwende.

Foto Quelle : stern.de

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By Ben
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