BENSTAGE 19.1 Next Level Failure

Nicht mit Protest!

Gerade wollte ich noch ein Artikel zum Thema Unlust in Sachen Politik verfassen. Dahingehend, dass ich als politisch interessierter Mensch die Weltlage immer schwerer tolerieren kann, dass politische Klein-Klein und das Ringen um allzu logische Positionen einfach nicht mehr ertrage und mich deswegen immer weiter davon abwende. Wie tragisch das eigentlich ist, das jemand der sich maximal für etwas interessiert, sich irgendwann davon abwendet weil es einfach immer absurder und bekloppter wird. Weil es sinnlos erscheint bestimmten Dingen mit gesunden Menschenverstand zu begegnen. Natürlich ist das verdammte Klima wichtiger als irgendwelche scheiß anachronistischen (aber eben romantischen) Arbeitsplätze, aber nein, wir tun genau das Gegenteil. Das alles hat einfach nichts mehr mit Logik und Nachvollziehbarkeit zu tun. Die Welt wird entweder von bösen Menschen oder aber kompletten Vollidioten regiert. Oder beides. Es ist nicht mehr zu ertragen und mein politisches Interesse, mein Wille sich mit dem zu befassen, schwindet. Spürbar, fast jeden Tag. Dabei sind die Zeiten so politisch wie selten zuvor. Und wenn es je wichtig war, sich zu positionieren, dann jetzt. Ich verabscheue mich selbst ein wenig für mein zunehmendes Desinteresse, irgendwas in mir will dem entgegensteuern, aber ich ertrage diesen Schwachsinn gerade tatsächlich nicht mehr. Doch immer wieder gibt es Dinge die mich aus meiner Lethargie wecken und provozieren.

AKK. Irgendwie reicht das ja schon, aber ich will auf etwas hinaus. Nicht nur das Merkels designierte Nachfolgering kürzlich einfach so zur Ministerin für Tod und Verderben ernannt wurde – nachdem von der Leyen in einem beispiellosen Stund einfach so zur EU Kommissionspräsidentin gemacht wurde (ja, ja – ich weiß schon das es da eine Wahl gab …) – auch fällt die Frau immer wieder durch ihre beinahe schon schmerzhafte Unfähigkeit auf. Wobei das an sich auch wieder ganz schön zusammenpasst, eine vollkommen überflüssige Politikerin die einer Partei vorsteht, die so wirklich niemand braucht. Die Sprüche die sie immer wieder raushat … ich hoffe wirklich dass das alle CDU-Wähler mitmeißeln und bei der nächsten Wahl bedenken. Gerade demonstrieren 40.000 Menschen in Dresden für eine pluralistische, bunte, offene, tolerante Gesellschaft an der die CDU ausdrücklich nicht teilnehmen wollte. Als man sie daraufhin kritisiert, irritiert ob des mangelnden Engagements und dem Unwillen reagiert sich klar gegen Rechts zu positionieren, ist man sich bei der CDU nicht zu schade den Begriff des Antifaschismus abzulehnen, weil eben links konnotiert. Damit nicht genug, dann haut die Frau folgendes raus, während sie es wichtiger fand eine Oldtimer-Rallye zu eröffnen:

„Eine gute Zukunft baut man mit Mut, Zuversicht & indem man gemeinsam etwas macht, nicht mit Protest“

AKK – Abziehbild einer fähigen Politikerin

Ich frage mich, wie ich als jemand der vor 30 Jahren vor allem durch friedliche Proteste die DDR zu Fall gebracht habe, darauf reagieren würde. Wie kann man denn so Geschichts-vergessen sein bitte? Wie dumm und zurück ist diese Partei bitte? Ich kann meine Verachtung für die Konservativen bald nicht mehr in Worte fassen. Das Problem ist – sie werden viel zu wenig kritisiert für so etwas. Es ist uns allen ein leichtes immer wieder auf der SPD rumzukacken. Die machen es einen ja auch zu leicht, sie zu verachten. Auch wenn man sich langsam so vorkommen muss, als würde man auf einen Leichnam einprügeln. Aber die Konservativen kommen mit so ziemlich jeder Scheiße davon. Ich meine, alleine das Beispiel von der Leyen. Eine absolut desaströse Bilanz als Verteidigungsministerin. Ausgeschlossen das sie in Deutschland noch mal irgendwas wird, gilt als verbrannt und unfähig. Was passiert – man parkt sie als EU Kommissionspräsidentin. Und das ist dann nicht mal ein Skandal, im Gegenteil, wir freuen uns das es eine Frau und vor allem eben eine Deutsche geworden ist. Hallo? Wie doof sind wir denn bitte? Das die Union hier mit einer Schweinerei nach der anderen durchkommt, hat doch System oder? Dies ist ein zutiefst konservatives Land. Man mag den progressiven Kräften ab und an mal den einen oder anderen Sieg zu gestehen, aber das Land selbst bleibt in der Hand derer, die ich freundlich nur als konservative Arschgeigen bezeichnen kann. Seien diese nun in der Union, der SPD oder bei den Grünen zuhause, spielt kaum eine Rolle. Im Großen und Ganzen, sollen die Dinge schon so bleiben, wie sie sind.

Nächstes Beispiel wäre ja die Vermögenssteuer. Zig Länder haben sie, funktioniert auch. Erscheint auch logisch. Der Staat braucht mehr Einnahmen und essentielle Krisen bewältigen zu können, dann sollte man diese zuerst bei denen generieren, die sich das leisten können. Das mediale Echo ist gewaltig und entschieden – kann man nicht machen, unsozial, Neiddebatte, typisch deutsch, die Reichen zahlen auch jetzt schon so viel. Mir kommen die Tränen. Gut, evtl. braucht es keine Vermögenssteuer. Heben wir zunächst den Spitzensteuersatz auf das Niveau von Helmut Kohl wieder an. Ferner gehen wir mit aller Härte gegen Steuerhinterziehung vor (was auch heißt hier mehr Personal einzustellen die das überhaupt können), klären den Cum-Ex Skandal lückenlos auf und erheben vernünftige Steuern auf Facebook, Google & Co – mit der Folge das andere Länder dies dann auch mit VW & Co machen, versteht sich. Schauen wir mal, wie weit wir dann kommen. Alles wird seit Jahren diskutiert, nichts davon geschieht – warum nicht? Im Gegenteil, teilweise sprechen sie normale Bürger gegen höhere Steuern für Super-Reiche aus, warum? Weil die Indoktrinierung der Medien das man alles tun kann, außer die Reichen stärker zu belasten, funktioniert. Der normale Otto hat keine Chance als hier zu bleiben, aber der Super-Reiche packt halt sofort seine Koffer wenn er hier mehr bezahlen muss. So viel dazu was für gute Menschen das sind denen diese Land am Herzen liegt …

Politik bleibt schwierig. Mein Verhältnis dazu ist maximal angespannt oder kompliziert. Ich will nicht das mir das egal ist aber mir fehlt gerade die Geduld, die Coolness mich damit in ruhe auseinander zu setzen. Vielleicht braucht es aber keine Ruhe. Vielleicht braucht es auch etwas Wut. Noch immer suche ich einen kreativen, lohnenden Weg mich zu positionieren und ein wenig Impact zu haben. Impact im Sinne von krach der mehr ist, als ein verzweifelter, dicker Mann der enttäuscht irgendwelchen Populismus in den Äther hackt …

Bild: mad / mit DPA

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By Ben
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