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Masturbierende Rassisten-Impfgegner

Die Anti-Impf-Lobby hat schon viele lustige Argumente für ihre gemeingefährliche Lehre hervorgebracht, aber diese Woche las ich die bisher absolut beste:

Kinder die geimpft sind fangen eher an zu masturbieren als welche, die nicht geimpft sind.

Mal ganz abgesehen davon das ich nicht weiß was an Masturbation schlecht sein soll. Ich bin geimpft und habe auch schon mal masturbiert. Schach und Matt. Case closed.

Jetzt mal ernsthaft, was ist denn mit diesen Leuten? Nun hat der Bundestag eine Masern Impflicht ab März nächsten Jahres beschlossen. Für das Kind, wie für das Kita / Schulpersonal wenn ich das richtig verstanden habe. Ich bin überrascht. Erst mal weil man mal was tut, zweitens das es noch so ruhig ist. Die Impfgegner sind sonst ziemlich laut, ich wundere mich ja fast, das sie noch nicht mit Fackeln durch die Lande ziehen. Kommt vielleicht noch. Mastern gelten in Deutschland nicht als allzu großes Problem (eben wegen dem Herdenschutz) aber das müssen sie ja auch nicht mehr werden, also finde ich das schon okay. Ich wäre was diese Dinge angeht aber eh radikaler. Ginge es nach mir wäre auch jeder Mensch per default Organspender, wer das nicht will, müsste dem eindeutig widersprechen. So richtig kriegen wir das ja nicht hin.

Wo wir langsam etwas konsequenter vorgehen, versagen wir auf ganzer Linie für Klarheit zu schaffen – Stichwort Homöopathie. An sich ja ein ganz lustiges Konzept: Heilung durch Behandlung durch das was dich krank macht in verdünnter Form. Geht das eigentlich auch für psychische Sachen? Wie behandle ich denn ein gebrochenes Herz? Verdünnt meine ich. Verdünnt mit was genau? Anyway … erst knickt Spahn vor der Verdünner-Lobby ein in dem er beschließt die Kassenleistungen für homöopathische Mittel nicht zu kassieren, weil – und das ist natürlich total logisch – der Statt dafür ja nur 20 Millionen pro Jahr ausgiebt. Dann beschließen Die Grünen man wolle den Wissenschaftsbegriff und alles andere was mit Homöopathie zu tun hat ergebnisoffen diskutieren. Klar, dabei kann auch rauskommen dass das Bullshit ist, aber brauchen wir diese Diskussion noch? Was ist denn mit den ich-weiß-nicht-wie-vielen Studien die Homöopathie als Quatsch entlarven? Ich mein, was immer jemanden hilft sich besser zu fühlen. Wer erwachsen ist, soll tun was sie / er für richtig hält. aber Ärzte sollten das nicht unterstützen und der Staat sollte das nicht finanzieren. Warum ist es so schwer, Blödsinn als Blödsinn zu bezeichnen? Was ist denn die Aufgabe eines Staates? Doch auch so ein wenig die Bürger vor sich selbst zu schützen oder? Ich mein, wenn hier dann wieder Einviertel der Bürger finden eine faschistisches Diktatur wäre eigentliche eine ganz geile Idee, sagt der Staat doch auch nicht “Ja okay, werden wir ergebnisoffen diskutieren”.

Setze ich jetzt Homöopathie mit Rassismus gleich? Sicher nicht. Wobei, vielleicht doch. Beides erscheint mir ziemlich dämlich. Das eine tötet aber vielleicht nur einen selbst, das andere gefährdet das Leben von Millionen. Beides scheiße. Ich glaube ja, wer zu wenig masturbiert wird eher Rassist, als die, die das regelmässig tun. Aber was weiß ich schon.

Bild : pa / dpa / Ulrich Baumgarten

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By Ben
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