BENSTAGE 19.1 Next Level Failure

Die, äh … Arschgeigen?!

Letztens hatte ich eine Idee. Also eigentlich schon vor Jahren. So richtig eigentlich, hatte die Idee bereits jemand anderes. So ziemlich genau vor 30 Jahren … Verwirrt? Nun gut, unternehmen wir eine kleine Reise in die Vergangenheit …

Vor ca. 2.000 gründeten ein paar Grenzdebile Visionäre das Frühstxradio. 1983 Jahre später entließ der mephistolische Dietmar Wischmeyer Kurt Krampmeier und Gürgen Ferkulat irgendeiner besonders dunklen Windung seines wundervoll verkommenen Gehirnes und erschuf mit der Unterstützung des kongenialen Oliver Kalkofe Deutschlands kultigstes Anti-Helden-Duo, better known as Die Arschkrampen. Für mich das Comedy-Duo in Sachen E-Kultur. Wer sie nicht kennt, ist selber Schuld. In diesem Blog schlummern, verborgen, jedenfalls noch diverse Einträge von meiner Jagd auf ihre Machwerke der Arschkrampen welche Wischmeyer und Kalkofe über die Jahre veröffentlicht haben. Die letzte Platte ist leider schon wieder fünf Jahre her.

So alt ist auch ungefähr die Idee, irgendwie so etwas ähnliches auf die Beine zu stellen, aber ich wusste nie so richtig was. Letzten sprang mir diese kleine Scheiß-Idee wieder in den Brägen und lässt mich seitdem nicht mehr los. Ich hasse diese Störfeuer – unrealistische Ablenkungsphantastereien, um die ich mich eh nie kümmern werde, die mich aber ablenken. Was mir aber gefällt, ist der Flirt den ich in letzter Zeit wieder überhaupt mit Ideen habe.

Die Arschkrampen sind eine zusammenhanglose Audio Comedy Serie, brilliant vertont von Wischmeyer und Kalkofe so wie ein paar Gästen. Nun, ich kann zwar so ein paar Stimmen mehr oder weniger imitieren, aber eine Audio-Serie käme eh nicht in Frage. Das ist nicht meine Stärke oder mein Business. Zeichnen kann ich so leider auch nicht, also bleibt mir nur das Wort. Ich wollte immer mal eine Serie schreiben, Figuren über einen längeren Zeitraum entwickeln und Abenteuer erleben lassen. Obwohl ich (lose) ja auch an ein Satire-Werk arbeite und sogar das Schreiben eines Stand-up Programms auf meiner Bucket-List steht, habe ich dabei nie an Comedy gedacht. Das erscheint vielleicht widersprüchlich, aber das Stand-up Programm traue ich mir grundsätzlich (irgendwann einmal) zu, auch weiß ich, dass ich grundsätzlich Leute unterhalten kann. Na ja, wenn man mit meine Art Humor klarkommt. Dabei geht es aber vor allem um Situationskomik, Bullshit-Bingo, Phrasen dreschen. Lustige Figuren schreiben wiederum, ist etwas ganz anderes. Tragik, Horror, das ist vergleichsweise einfach, aber Leute zum Lachen zu bringen? Das ist schwer. Wenn ich von mir als Autor denke, dann kann ich mir durchaus so lakonische Humor à la Torsten Sträter (wobei an den sowieso nie wieder rankommt, also kann man das auch sein lassen), aber so pure Comedy? Nein, das war nie der Plan.

Was mir an den Arschkrampen ja so gut gefällt, ist die Kombination von derbsten Fäkalhumor aber eben auch meta-basierter Gesellschaftskritik. Es ist eben nicht so platt, wie es auf dem ersten Blick erscheinen mag. Warum sich nun überhaupt mit einem Rip-Off beschäftigen? Na ja ganz klar, wenn mir nichts weiter als ein plumpes Rip-Off gelingen würde, würde ich es gar nicht erst machen wollen. Es sollte schon etwas eigenständiges sein, aber es wäre eben klar, was die Inspiration dessen gewesen wäre, viel mehr der Samen dessen und da würde ich wenn, auch vollkommen offen und ehrlich mit umgehen. Man könnte sogar damit kokettieren, auf eine geistreiche, lustige, aber dennoch respektvolle Art & Weise.

Ich hab mir ein wenig Gedanken über das Setting gemacht und würde es gerne ein wenig verjüngen und in meine Realität verlagern. Es würde in der Hauptstadt spielen. Die beiden Hauptfiguren wären gescheiterte Medientypen, der eine, der mal eine große Nummer in der Szene war, oder das zumindest glaubt, die andere hätte einen gegenteiligen Background. Statt zwei Männer, wären es also Mann und Frau, aber kein Paar. Die Geschichten würden sich ein wenig mehr ums Hier und Jetzt drehen, durchaus politisch, wobei mir auch die Idee gefällt, eine alternative Realität zu schaffen, welche maximal an unserer angelehnt ist. Das gäbe dem Autoren mehr Freiheiten und nahezu endlose Möglichkeiten.

Ja, die Idee ist ganz cool. Die Form ist wie gesagt problematisch. Ich kann keine Hörspielreihe schreiben bzw. aufnehmen, also müsste ich es als Geschichten-Serie verfassen. Das wiederum, finde ich auch gar nicht so schlecht. Jedes Volumen könnte zwar einzelne, kurze Geschichten enthalten, würde sich aber an einen roten Faden entlang spinnen. Von Volumen zu Volumen könnte man die Figuren und die Welt drum herum weiterentwickeln – das wäre zum Beispiel ein Aspekt, den es so bei den Krampen nie gegeben hat. Natürlich würde ich die Serie nicht Arschgeigen nennen, vielleicht aber Arschvenger oder so. Nein Quatsch, hab noch keinen Namen, aber Arschvenger ist erstmal ein ganz guter Working Title.

An sich möchte ich an anderen Dingen arbeiten. Es gibt zig andere Sachen an denen ich arbeiten könnte, aber mir gefällt die Idee irgendwie. Vielleicht fange ich mal an, ein wenig an den Figuren zu arbeiten. Einfach mal gucken, wohin das führt.

PS: Wem die Arschgeigen so gar nichts sagen, dem mögen folgendes Clips ans Herz gelegt sein:

Foto : Frank Ossenbrink

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By Ben
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