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26 Gründe nicht die CDU zu wählen … Zwölftens: Rechtsnähe

Am 26. September wird gewählt. Wie auch die letzten Jahre, geht es um etwas. Doch der Unterschied ist, das es mit dem Ende der Ära Merkel (diese harte Überhöhung einer absolut unterdurchschnittlichen Karriere geht mir hart auf den Sack) eine echte Chance der Veränderung gibt. Was Merkel gekonnt unterdrückt oder besser eingeschläfert hatte, bricht sich Bahn: Wechselstimmung. In den Umfragen ist die CDU auf teilweise 20% abgestürzt. Doch ich traue dem Ganzen nicht und rechne damit, dass die CDU, gleichwohl sie sicherlich herbe Verlust hinnehmen wird müssen, letztlich wieder die stärkste Partei wird. Doch selbst wenn, bestünde die Möglichkeit eine Regierung ohne sie zu bilden. Wenn der Wille besteht. Diese Serie richtet sich an die, die immer noch damit liebäugeln der CDU die Stimme zu geben – jeden Tag ein triftigen Grund, nicht die CDU zu wählen …

Seit einigen Wochen ist das einzige Thema der CDU, dass sich ihre Konkurrenten von Regierungskonstellationen distanzieren sollen, bei denen die Union leer ausgehen würde. Das “Schließen Sie ein Linksbündnis aus” ist ja nun schon ein alter, langweiliger Hut. Allerdings musste ich lachen, als kürzlich Söder forderte die FDP solle die Ampel ausschließen. Sicher, alle schließen die Möglichkeit aus, ohne die CDU zu regieren. Sonst ist das ja unfair!

Die CDU hat natürlich einen guten Grund dafür. Sie verlangt von ihren Konkurrenten, die Zusammenarbeit mit extremen Parteien zu vereinen. Man selber geht da ja mit guten Beispiel voran, in dem man einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit der AfD und der Linken verabschiedet hat. Aber mal abgesehen davon, dass ich es perfide finde Die Linke und die AfD einfach gleichzusetzen, ist das eigentlich wirklich so?

Was ist denn zum Beispiel mit Hans Georg Maaßen? Dieser hat kürzlich eine Wahlempfehlung eines bekannten Nazis erhalten. Klar, kann man sagen, kann er ja nichts für wer ihn so empfiehlt. Aber ist das so? HGM hat sich in den letzten Jahren einige Entgleisungen geleistet. Den Schaden den er als Bundesverfassungspräsident angerichtet hat, lässt sich glaube ich noch gar nicht ganz überblicken. Dieser Mann ist nicht einfach nur politisch rechts. Einige, nennen ihn einen Rechtsextremen. Wenn wir bestimmte Leute bei der Linken als Linksextrem bezeichnen, muss er sich das wohl gefallen lassen. Nicht aber laut Wolfgang Schäuble, der ihn gerade als astreinen Demokraten bezeichnet hat. Dies trotz sehr fragwürdiger Kommentare auch in Richtung des Öffentlich-Rechtlichen-rundfunk den er von Linksextremen unterwandert sieht. HGM ist ein etwas intelligenterer oder belesener Trump. Nicht ganz so laut, nicht ganz so platt und dumm, aber ebenso perfide.

Vielleicht ist mir meine Intellektualität im Weg

Hans-Georg Maaßen

Es war immer der Anspruch der Union die Brandmauer nach rechts darzustellen. Alles was erzkonservativ, ja politisch rechts ist, sollte hier ein Zuhause finden. Eines der großen Versagen von Merkel ist es doch, das diese Brandmauer nicht mehr existiert. Wann immer ich mal mit irgendwelchen Trollen auf Twitter “diskutiere” (ab und zu macht mir das Spaß), kommt irgendwann das es ja die Schuld der Altparteien ist, dass es die AfD überhaupt. Nun, damit stimme ich sogar mehrheitlich überein. Ich bin fest davon überzeugt dass die merkelsche Einschläferung des politischen Diskurses, ja des Streits zwischen den ehemaligen Volksparteien (wenn es das je gab) den Nährboden für diese faschistoide Truppe geebnet hat. Nein, die diversen GroKos haben den Faschismus und Rassismus in Deutschland nicht erfunden. Das gab es immer. Aber diese Einheitssoße, das trügerische “Sie kennen mich, schlaft weiter, wir haben das im Griff” hat diese Menschen provoziert. Die GroKos haben sich um vieles gekümmert, nur nicht um das, was für viele relevant ist und was für sie zumindest gefühlt existentiell ist. Deswegen muss man immer noch keine Nazis wählen. Ich verstehe den Reiz einen politischen Molotov Cocktail in das Establishment schmeißen zu wollen. Früher waren das die Stimmen für Die Linke, jetzt ist das für viele die AfD. Das schlimmste was man wählen kann, der Mittelfinger für die s.g. Altparteien. Nehmt das ihr Penner! Nur macht man sich nicht, unter keinen Umständen mit Fascho gemein und verschafft diesen politische Macht. Erst recht nicht für ein Statement.

Und die CDU? Die schaut zu. Ja, hier und da gibt es mal ein paar leidenschaftliche Statements aber wenn es ums Doing geht, dann wird es dünn. In Thüringen bringt man es nicht übers Herz den konservativsten Landesverband der Linken eindeutig zu unterstützen, eher schaut man zu wie sich ein FDP’ler mit den Stimmen der Faschos zum MP wählen lässt. Es gibt so viele, traurige Beispiele wo die CDU versagt und ganz ehrlich, ich glaube, das ist Taktik. Warum ist Laschet so leise und zurückhaltend wenn es um HGM geht? Er sagt, das sei nicht sein Stil, aber er pfeift ihn ja nicht zurück. Ich bin fest davon überzeugt, dass die beiden eng zusammenarbeiten. Laschet macht die Merkel, Kanzler der stabilen Mitte während HGM und Merz die Rechten einsammeln soll. und, ist das nicht besser? Besser diese Leute engagieren sich in der CDU als in der AfD oder, so wie früher? Dafür muss man halt das Lied der Faschos singen, damit die sich wohl fühlen. Ja, muss das sein? Muss man sich selbst so aufgeben und beliebig machen? Wofür will man denn stehen?

Bild Quelle : F.A.Z.

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By Ben
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