BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

Toolbox – Scrivener II

Als ich mich das letzte Mal Scrivener widmete, hatte ich vollmundig behauptet mich intensiv mit dem Programm beschäftigt zu haben. Eigentlich stimmte das gar nicht. Zwar hatte ich mir diverse Videos angeschaut und ein wenig mit dem Programm herumgespielt, aber erst jetzt wo ich intensiv damit arbeite, kann ich sagen wie geil ich das Tool von Literature & Latt wirklich finde.

Ich bin immer noch dabei die diversen Funktionen auszuprobieren und für mich nutzbar zu machen. Das Programm ist so umfangreich, bietet so viele Möglichkeiten und nützliche Feature das man gar nicht alle benutzen kann. Soll man vielleicht auch nicht. Ob ich nun nach Label filtere, oder Stichwörter, beides oder Lesezeichen benutze, ist schließlich mir überlassen. Natürlich haben sich die Macher bei jedem Feature etwas gedacht, aber wie ich Scrivener nutze, ist halt mein Ding. Richtig oder falsch gibt es dabei nicht, es muss halt für mich funktionieren und nur für mich.

Genau das, ist aber auch mein Problem. Ich bin ein Perfektionist. Das hat manchmal schon fast zwanghafte Züge. Nicht nur aus Angst vor dem Schreiben, beschäftige ich mich, bevor ich überhaupt anfange elendig lange mit der Form. Versuche das perfekte Projekt-Template was immer bestand haben wird zu erdenken. Es ist mir ein Graus während des Schreibens daran zu arbeiten. Dinge verändern zu müssen, weil es vorher nicht perfekt war. Ich fühle mich dann wie ein Versager der unfähig ist zu antizipieren, was genau ich brauche und wie es organisiert sein muss. Genau dafür ist Scrivener aber gemacht. Es bietet an sich schon viele Feature um Notizen usw. sammeln zu können. Alles andere, kann sehr einfach während des Prozesses entstehen und zusammen kommen. Es unterstützt gerade zu eine mehr spontane, bzw. sich entwickelnde Arbeitsweise.

Und so, habe ich versucht meine gesamte Organisation zu vereinfachen. Ich habe Projekte zusammengefasst die zumindest thematisch zusammengehören und scheiße gerade auf das perfekte Projekt-Template. Inzwischen habe ich meine komplette BenCave auf verschiedene Scrivener-Projekte verteilt. Alles ist migriert und kann bearbeitet werden.

Bei vielen Funktionen weiß ich noch gar nicht wie genau ich sie nutzen werden, was für mich am besten funktioniert. Diese Dinge brauchen Zeit und vermutlich werde ich Scrivener in einem Jahr anders benutzen, als heute. Was ich aber heute schon sagen kann ist, dass Scrivener ein ganz ausgezeichnetes Programm mit viel Liebe zum Detail ist. Ich kann es nur jeden Schreiberling empfehlen. Es fehlt eigentlich an nichts, im Gegenteil, es ist fast schon zu mächtig. Mit einer etwas moderneren, sexier UI wäre es perfekt aber das kommt ja vielleicht noch. Ich arbeite jedenfalls gerne damit und habe wirklich das Gefühl das es mir hilft mich zu organisieren. Und eben das ist es, was ein Tool erfüllen soll – es soll Probleme lösen und nicht mehr Arbeit schaffen.

Momentan habe ich eigentlich nur zwei Kritikpunkte:

  1. Das Corkboard sollte ebenso nach Label, Stichwörtern etc. filterbar sein
  2. Es nervt das jedes Projekt einzeln geöffnet werden muss – eine Art Home wäre cool welche alle Projekte – nach Art gelabelt zeigt

Letztlich wäre eine Cloud-Lösung also ganz cool. Mal schauen was die Zukunft bringt. Bis dahin bin ich aber mehr als zufrieden und froh, dem Tool nach dem ersten Test vor ein paar Monaten nochmal eine Chance gegeben zu haben.

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By Ben
BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

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Zum Finden berufen, zum Suchen verdammt.

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