BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

BIGs Diary Reloaded – Kickoff

Kein Grund hierfür ein Pseudonym zu wählen, kein Grund für Geheimniskrämerei. Wie erwähnt, ist dies nicht mein erster Blog. Bei weitem nicht. Meinen ersten Blog habe ich vor über 11 Jahren als BIG gestartet. Fortan war Big’s Diary für mich mehr als nur ein seelenloses Nichts was ich ab und an beschrieb, es wurde zu eine Art Freund in stiller Stunde, welcher immer da war und mir zuhörte. Auch damals schon, war ich an sich recht einsam 😉

Ich teilte alle möglichen (naiven) Gedanken mit diesem Diary was höchstens eine Handvoll Menschen kannten. 2006 gab es Facebook zwar schon, aber wir hatten damals noch nicht wirklich was mit sozialen Netzwerken zu tun und trieben uns tatsächlich auf den Webseiten anderer herum. Mein Tagebuch sollte mir über vier Jahre ein treuer Begleiter sein. In guten und vor allem schlechten Zeiten. Eine Art Freund der mir half nicht zu platzen oder an meinen Gedanken zu ersticken. Dabei entstanden 824 mehr oder wenige geistreiche Artikel, mehr als 217.000 Wörter. Dann war Schluss.

Gefolgt von weiteren Versuchen mich der Welt mitzuteilen war dies vielleicht meine intensivste Zeit als Blogger. Auch wenn viele der Artikel an Naivität und beschränkten Denken kaum zu übertreffen sind, so fand ich es immer schade, dass all das einfach so im digitalen Nichts verloren sein soll. Gewiss, bei manchen Artikel ist es sicherlich besser das man diese nicht mehr mit mir in Verbringung bringen kann, dann wiederum: all das bin oder war ich. Das ist Teil meines Lebens, der Reise die ich unternommen habe. Dem Leben und Leiden was zu dieser Person hier geführt hat, die jetzt diese Zeilen tippt.

Also habe ich beschlossen mein altes Diary zu restaurieren. Was und ob ich überhaupt dann etwas damit tue, weiß ich noch nicht. Vielleicht lassen sich daraus Geschichten machen, ein Buch, ich weiß es nicht. Erst mal muss ich es in eine Form bringen, mit der ich arbeiten kann. Ich konnte damals allerdings keinen Datenbank-Export vornehmen, sondern lediglich eine elendig lange Word Datei mit allen Texten retten. Das sind 684 Seiten.

Und so kopiere ich jetzt jedes mal wenn ich Langeweile habe Artikel für Artikel in einen Blog. Noch habe ich 391 Seiten, oder 679 Artikel vor mir. Was dann erst der erste Schritt ist. Leider fand ich es damals cool alles klein zu schreiben. Da ich inzwischen aber einen anderen Respekt vor Sprache entwickelt habe, ist das etwas was ich (neben den zahllosen Fehlern) korrigieren möchte. Ebenso will ich die Artikel neu kategorisieren und vertaggen. Neue, andere Bilder krönen dann den Abschluss. Am Inhalt werde ich nichts verändern. Ein Mammut-Projekt, auf das ich aber irgendwie Lust habe.

Beim Kopieren lese ich die Artikel nicht wirklich. Aber manchmal überfliege ich einige und das macht mich nachdenklich. Oft denke ich, dass sich mein Leben nicht wirklich verändert hat in den letzten Jahren, oder das zumindest ich im Kern noch derselbe bin wie vor zehn oder 15 Jahren. Aber das stimmt nicht. Ich hatte deutlich mehr Energie, mehr Illusionen, mehr Hirngespinste im Kopf. Ständig war ich mit irgendeinem Projekt beschäftigt. Und auch wenn nur die wenigsten davon je fertig wurden, so tat mir das ständige basteln und planen irgendwie gut. Ben, der Chef-Schemer. Es ließ mich das Leben spüren. Ich beneide mich um das, was ich damals hatte. Und natürlich, vermisse ich vor allem die Königin an meiner Seite, die mich der Liebe näher brachte…

So war dieses Tagebuch das Zeugnis einer interessanten Zeit. Und auch wenn es an sich pervers ist das ich heute ein Projekt daraus mache das Leben und Leiden vergangener Zeiten zu konservieren, so fühlt es sich doch irgendwie richtig an. Ich bin gespannt welches Bild dieser Blog einmal abgeben wird, wenn es einmal fertig ist. Wann das sein könnte, weiß ich nicht. Ich habe es damit nicht eilig. Ich bin zufrieden wenn ich dieses Jahr alle Artikel kopiert bekomme und langsam damit anfangen kann, dieses Baby zu renovieren. Schließlich möchte ich das Gros meiner Zeit immer noch der Erschaffung neuer Dinge widmen und nicht nur der Konservierung vergangener Tage.

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By Ben
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Zum Finden berufen, zum Suchen verdammt.

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