BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

BenWise – Kickoff

Ich hatte es ja neulich schon kurz anklingen lassen: Nachdem außer BIGs Diary Reloaded keines meiner Projekte so recht vorangehen wollte, ich frustriert war und mal wieder alles hinschmeißen wollte, habe ich angefangen an einer neuen Idee zu arbeiten. Okay, wirklich neu ist sie nicht. In der Tat habe ich mit Erschrecken feststellen müssen, dass diese Idee nun auch schon wieder fünf Jahre alt ist. Zumindest ist der erste Entwurf des Prologs von Dezember 2012. Von allen meinen Ideen, habe ich dieser eigentlich immer am wenigsten Potential zugemeßen. Zwar wollte ich das immer gerne machen, glaubte aber nicht das es jemanden interessieren könnte. Tue ich auch immer noch nicht, merke aber gerade, dass das ganze mehr zu bieten hat, als ich zunächst dachte. Worum geht es?

Kurz gesagt: Meine semi-fiktive Biographie. Daher BenWise (Arbeitstitel). Okay, weder halte ich mich oder mein Leben für so spannend, dass ich es unbedingt aufschreiben müsste. Noch verspüre ich den Drang meine langweiligen Erfahrungen zu teilen. Deswegen auch semi-fiktiv. Das ganze teilt sich auf in einen von der Realität inspirierten, so wie einen frei erfundenen Teil. Wobei der letzte natürlich überwiegt. Das kann ich sogar ziemlich genau quantifizieren: ungefähr Einviertel wird der Wahrheit entsprechen (oder einer Version davon), der Rest wird frei erfunden sein. Bis jetzt erzähle ich alles was so einigermaßen interessant war in meinem Leben und denke mir dann quasi den Rest meines Lebens aus.

Das war mein Ausgangspunkt und er klang recht simpel. Machbar. Schnell war mir klar aus welcher Sicht ich das ganze erzählen will, welches Stilmittel ich einsetzen will und die ersten groben Themenblöcke waren auch schnell gefunden. Ich wollte zunächst deswegen nicht daran arbeiten, weil es mir fast schon zu einfach erschient. Dieses Projekt hat keine richtigen Figuren (außer mir eben), keine echte Story, nichts was einen echten Roman ausmacht. Ich will ja aber eben genau das lernen. Deswegen habe ich mich immer dagegen gesträubt. Jetzt wo ich daran arbeite, merke ich aber, dass ich damit vollkommen falsch lag. Ich habe diese banale Idee vollkommen unterschätzt.

Damit das ganze flüssig erscheint, Sinn ergibt muss ich mir ja nicht nur irgendwelche Stationen meines Lebens ausdenken die interessant und nicht zu abgedreht sein könnten, ich muss mir ebenso überlegen, wie es mit der Welt weiter gehen könnte. Politik, Gesellschaft, Wissenschaft, Technik, Geschichte. Das ganze wird sich nur dann einigermaßen echt anfühlen, wenn es plausibel klingt. Neben meiner eigenen Geschichte, muss ich die Biografien der Leute weiterentwickeln, die dort eine Rolle spielen. Somit komme ich dann auch zum Charakter-Design. Das ganze wird viel aufwändiger, als ich zunächst dachte. Das freut mich, macht mir aber auch Angst. Ich dachte zunächst, ich könnte damit recht schnell weit kommen. Das wird glaube ich nichts.

Ich habe mir zunächst 150 Seiten, also 52.500 Wörter zum Ziel gesetzt. Pro Tag, versuche ich jetzt mindestens 500 Wörter zu schreiben. Das klappt nicht jeden Tag, aber manchmal schreibe ich ja auch mehr. 500 Wörter am Tag ist gar nicht viel und geht recht schnell. Ich weiß allerdings noch nicht wie lang die Kapitel sein werden. Zunächst erschienen sie mir extrem kurz. Dann ist mir aufgefallen, dass ich viel weiter ausholen kann. Könnte. Extrem lang, werden die Kapitel dadurch immer noch nicht. Sollen sie auch nicht. Ich wünsche mir eine schnelle Erzählweise. Und es kann gut sein, das ich das meiste wieder rausschmeißen werde, aber um herauszufinden was notwendig ist und was nicht, muss ich es schreiben. Ich habe nun zwei Kapitel angefangen. Sie waren schon „fertig“, als mir eben auffiel, dass noch mehr darin steckt. Daher sind sie wieder in Arbeit. Beide Kapitel basieren auf realen Begebenheiten, daher fallen sie mir vergleichsweise leicht. Heute wollte ich eigentlich eines der fiktiven Themen angehen, arbeite aber gerade an der allgemeinen Timeline.

Das entpuppt sich als sehr herausfordern. Während es mir leicht fällt mögliche Ereignisse für die nächsten zehn bis 15 Jahre zu finden, fällt es mir sehr schwer mir plausible Erlebnisse für mein 80-jähriges Ich auszudenken. Mein Charakter wird sehr alt, hat also viel Zeit alles möglich zu erleben. Aber was macht denn so ein alter Mann mit seiner Zeit? Ich kenne den Anfang der Geschichte und das Ende. Aber für das letzte Viertel fehlt mir noch fast alles. Es fällt mir einfach schwer mir mich als alten Mann vorzustellen. Das konnte ich nie. Was kann ich denn einen so alten Knacker erleben lassen, was a) interessant ist und b) nicht allzu unglaubwürdig. Schwierig. Ich gehe von ca. 30 Erlebnissen aus, die teilweise auch miteinander verbunden sind. Ich habe jetzt um die 20 grobe Ereignisse gesammelt, aber für die meisten muss ich mir noch die Geschichte drum herum ausdenken. Das wird spannend.

Ich hatte mir fest vorgenommen mindestens zehn Kapitel zu entwerfen, bevor ich an irgendetwas anderes arbeite. Meine Stärke war es bisher nicht, durchzuhalten. Ich versuche hier nun aber die Disziplin zu beweisen, mit der ich letztes Jahr angefangen habe abzunehmen. Mir ein Ziel zu stecken und dem Stumpf entgegne zu arbeiten. Dieses Jahr soll das Manuskript von BenWise fertig werden – koste es, was es wolle!

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By Ben
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Zum Finden berufen, zum Suchen verdammt.

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