BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

Glashaus – Live in Berlin

Vor einigen Wochen schon konnte ich endlich mein erstes Glashaus Konzert in Berlin, genauer im Heimathaften Neuköln erleben, wovon ich hier noch kurz berichten möchte.

Ich bin Glashaus-Fan seit der ersten Stunden, verfolge ich das Schaffen von Mastermind Moses Pelham doch bereits seit mehr als 20 Jahren. Auch wenn mir die Texte von Glashaus oft zu religiös erscheinen, ich ihnen aufgrund ihrer Nähe zu Bibel & Co nicht allzu viel abgewinnen kann (weil ich einfach nicht spüre, was der Erschaffer darin sieht), so mochte ich das sympathische Dreiergespann von Anfang an. Nicht jeder Text ist religiös motiviert und auch habe ich lange verstanden das Moses Religion auf keinen Fall dogmatisch begreift, daher alles gut. Neben diesen Texten gibt es viele andere, wundervolle Lieder die Themen auf eine Art und Weise thematisieren wie man sie selten findet. Immer ein wenig düster, immer etwas melancholisch, aber nie hoffnungslos. Was ich an Glashaus daher von jeher zu schätzen wusste waren die ernsten Texte, die Kunst Leiden in ein positives Gewand zu kleiden und die spürbare Liebe zum Detail. Von den Texten, über die Beats bis zum Cover. Jedes Glashaus Album ist ein kleines, liebevoll gestaltetes Kunstwerk.

Ich habe mich sehr auf das Konzert gefreut auch wenn ich an dem Tag selbst mal wieder nicht sonderlich gut drauf und etwas krank war. Auch wusste ich nicht was mich erwartet und war zunächst überrascht das es ein bestuhltes Konzert war. Aber gut, ich bin jetzt langsam in dem Alter. Der Heimathaften Neuköln ist eine schöne, kleine, gemütliche Location mit barocken Ansätzen. Schöner, warmer Laden, habe mich sofort dort wohl gefühlt. Das Publikum war bunt gemischt und freundlich. Support Act war eine Frankfurterin namens Rola die ich nicht kannte, ganz okay fand mich aber nicht vom Hocker gehauen hat. Aber ich glaube sie kam ganz gut an.

Dann habe ich mich gefragt was Moses eigentlich die ganze Zeit machen würde. Cassandra singt, Martin sitzt am Klavier – aber was macht Moses der auf den Longplayern nur ab und an stimmlich in Erscheinung tritt? Nun, er stand am Rechner und kontrollierte die Beats. Aber ob das nun tatsächlich das war, was wir hörten oder vor allem Show mag ich nicht beurteilen, aber es sah gut aus. Auch übernimmt er dann halt alle Zweitstimmen die so auf den Alben auftauchen was er wirklich gut macht. Generell war der Mann sehr aktiv und guter Laune. Ein Glashaus-Abend ist nicht nur sehr emotional sondern auch verdammt witzig.

Es tat extrem gut die Drei nach 12 Jahren wieder zusammen erleben zu dürfen. Viel Liebe und auch Humor in der Luft, was sich immer wieder Bahn brach. War einfach schön anzusehen. Die Highlights waren aber ganz klar Moses Solo-Nummern seiner letzten Platte Herz die mich einfach umgehauen haben. Was eine irre Energie. Ich liebe es einfach wenn man dem Künstler ansieht das er das was er da tut über alles liebt und es zum Leben braucht. Ich bin froh das ich mir im April noch mehr davon anschauen darf, wenn ich ebenfalls im Heimathafen Moses Solo sehen werde. Solo, aber nie allein. 

Die Live & Akustisch Tour wurde gerade noch mal verlängert – absolut zu recht. Wer die Chance hat, sollte sich diese geile Band geben. Es ist wirklich ein Erlebnis und geht tief, wenn man es zulässt. Grandiose Stimmung, tolles Set (Highlight neben Moses Songs – „Halte die Welt an“) und ganz tolle Künstler. Ein wundervoller Abend der mich zu tiefst berührt hat.

Bewertung:5/5 Bens
Foto : Glashaus / Katja Kul

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By Ben
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Zum Finden berufen, zum Suchen verdammt.

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