BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

Showdownchen. Höchstens.

Es hätte alles so schön sein können: Merkel kommt mit leeren Händen zurück aus Brüssel, die CSU beschließt Sonntag eigenmächtig zu handeln, fängt Montag mit Kontrollen an ihren zwei Grenzübergängen an, Merkel entlässt Seehofer, die CSU löst die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU auf, die Union ist am Ende, ebenso die GroKo. Die ultimative Staatskrise die einigen „Journalisten“ in ekstatischere Verzückungen versetzt als jeder noch so geile Orgasmus. Beinahe sexuelle, sicher aber perverse Lust am Scheitern, der Krise, der nationalen Katastrophe. Dadrunter scheint es ja nicht mehr zu gehen. Und was macht die dusselige Kuh? Kommt mit tatsächlichen Ergebnissen zurück, oder doch nicht? Was wurde da eigentlich vereinbart und was heißt das – dazu gleich mehr.

Was heißt das nun für den so dramatisch aufgebauten Showdown den einige kaum erwarten konnten? Abgesagt. Sowie jede herbei geschriebene Staatskrise. Auch wenn man sich schon lange gegenseitig auf den Sack geht, letztlich will doch keiner diesen Bruch. Dann sind die nämlich allen ihren Job los und am Ende, ist einem der eigene Arsch immer näher als irgendwelche Werte oder Prinzipien. Nichts wäre passiert, auch wenn Merkel mit leeren Händen aus Brüssel zurückgekehrt wäre. Und letztlich ist sie mit nahezu leeren Händen zurückgekehrt. Es ist scheiß egal. Irgendeine Gesichtswahrende Lösung hätte es auf jeden Fall gegeben. Merkel und Seehofer bedingen sich einander – fällt der eine, fällt die andere und umgekehrt. Das wissen beide, die sind doch nicht doof.

Dieses Theater in den letzten Wochen, die Dramatik die da rein interpretiert wurde. Unerträglich. Ich gebe zu, ich hab durchaus Bock auf ein wenig Untergang. Ich hab diese Trümmergestalten nie gewählt und ich sehe den Tag herbei an dem wir diese unambitionierten Selbstdarsteller endlich loswerden. Klar weiß ich, dass das Pendel gerade nicht günstig steht für meine politischen Überzeugungen. Aber Bewegung ist immer auch Chance. Nichts muss so bleiben wie es ist, nur weil es gerade so ist. Ich verlustiere mich mitunter auch an der Krise, aber nicht so. Ich weiß nicht ob es an mir liegt, daran was ich sonst so lese oder ob der Journalismus tatsächlich immer unerträglicher wird. Schreibt man so etwas, klingt man wie so ein infantiler AfD-Assi – nichts liegt mir ferner, auch kritisieren wir „die“ Medien aus unterschiedlichen Perspektiven die gegensätzlicher nicht sein könnten und doch eint uns eine gewisse Unzufriedenheit. Ich weiß aber wiederum, das es noch andere Journalisten gibt. Aber sie scheinen immer leiser und unbedeutender zu werden. Sonntag wird also ein ganz normaler Sonntag an dem Hotte seine Hunde zurückpfeift und wieder einmal das Kriegsbeil begräbt bis zur nächsten schwachsinnigen und hochgefährlichen Idee nur um sich zu bei den rechts-außen Wählern zu profilieren. Guck, lieber AfD’ler – wir können auch harter Hund – WIR haben ganz Europa dazu gebracht auf unsere Linie einzuschwenken, die AfD hat das nicht geschafft. Kuscheln? 

Ich kotze.

Foto Quelle : t-online.de

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By Ben
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Zum Finden berufen, zum Suchen verdammt.

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