BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

Oprah Winfrey 2020

Oprah Winfrey hält bei den Golden Globes eine hinreißende Rede – präsidialer als alles was Trump bisher von sich gegen hat – und wird dann gleich als Kandidaten für das Rennen ums Weiße Haus 2020 gehandelt. Auf Nachfrage sagt sie angeblich das sie es angeblich in betracht ziehen würde, wenn man sie darum bitten würde. Breaking News und alle gehen darauf steil. Vor Jahren noch undenkbar, hat Trumps Wahl scheinbar alle Hürden eingerissen. Was ist nur aus diesen Land geworden und wann ist es bei uns soweit?

Oprah Winfrey hat ebenso viel oder wenig Ahnung wie Trump von Politik. Sie ist beliebter, reicher, kommt in allen Wählerschichten gut an. Sie kommt aus dem Nichts, die Verkörperung des amerikanischen Traums. Rein PR-Technisch bringt sie alles mit, was für einen Wahlkampf nötig ist und schlimmer als Trump, wäre sie wohl auf keinen Fall. Sie müsste sich eben – und das vergessen denke ich viele – in sehr vielen Angelegenheiten – auf ihre Berater verlassen. Wichtig ist, doch wer diese Menschen sind, wo sie herkommen.

Auch wenn dies ein Strohfeuer sein mag, so ist es doch interessant. Drückt sich darin doch eine tiefe Sehnsucht nach Veränderung aus. Neben den Trumpstern ist dort dieses andere, diese moderne, weltoffene, progressive Amerika was endlich eine Frau – und sehr gerne mit dunkler Hautfarbe – an der Spitze sehen will. Das ist mir sympathisch, ich wäre sehr dafür. Nach der Ära Trump, dem Versuch, dem Unfall, wäre das ein tolles Signal für die Welt. Ich denke aber dass das Amt des POTUS das falsche ist, Staatsführung zu lernen. Jeder Präsident braucht erst mal ein wenig Zeit wenn er ins Weiße Haus einzieht. Viele ehemalige Präsidenten haben beteuert das man sich auf dieses Amt nicht vorbereiten könnte. Doch auch wenn Oprah Winfrey eine hoch-politische Person ist, Erfahrung hat sie ebenso wenig wie Donald oder andere Namen die dort gerade gehandelt werden.

Ich hab grundsätzlich nichts dagegen wenn Menschen die nicht ihr leben lang als Politiker tätig waren nach Spitzenämtern streben. Im Gegenteil, Berufs-Politiker haben ja nie etwas anderes gesehen, kennen nur ihre eigene Welt. Es ist vielleicht gut wenn man woanders herkommt – aber doch bitte nicht von Null auf Hundert.

Rein von der Außenwirkung, von allem was wir täglich konsumieren, wäre eine Oprah als POTUS toll, ob sie aber kluge Entscheidungen treffen würde, weiß ich nicht. Weiß niemand. Sie würde mit Sicherheit tolle Akzente setzen wo eine menge Menschen – der Schreibende inbegriffen – mitgehen würde. Wie sie aber mit komplexen Herausforderungen umgehen würde, weiß niemand. Dann wiederum, der Track-Record der letzten Präsidenten ist da auch nicht gerade bemerkenswert.

Ich bin gespannt wie lange das Strohfeuer nun lodert. Die einen werden Oprah nun abfeiern, die anderen auf sie eindreschen. Eine großartige Idee, eine Schnapsidee. Ich sage, eine interessante Idee. Selbst wenn ich das kritisch sehe, mehr kaputt machen als Trump könnte und würde sie wohl auch nicht.

Auch wenn es nicht mein Land ist, so geht uns die amerikanische Präsidentschaft irgendwie ja alle an. Ich fände es schön lieber früh als spät zu erleben wie eine Frau das höchste Amt der USA inne hat. Es ist einfach an der Zeit und es ist wichtig, somit wird es dann normal und ist kein Thema mehr. Geschlechter dürfen einfach keine Rolle mehr spielen, ebenso wie Hautfarben. Da ist dieses andere, dunkle, ekelhafte Amerika was dafür noch lange nicht bereit sein wird. Eine Frau ist schon eine Zumutung, eine Schwarze wäre eine Vollkatastrophe. Auch für diese Menschen muss das passieren, damit sie sehen das dadurch nicht die Welt untergeht.

Nach wie vor wäre ich aber dafür das Michelle Obama kandidiert. Sie hat Erfahrungen, kennt das politische Leben, die Mechanismen. Gerne mit Winfrey als Vize, das wäre doch eine geile Kombination. Aber gerade weil sie das Leben schon kennt, wird sie sich das wohl nicht antun. Vielleicht, wenn die Kinder erwachsen sind. Das wäre dann wann, 2024? Da ich immer noch befürchte das Trump wiedergewählt wird, ist das nicht unrealistisch. Dann wiederum, ein populärer Name wie Winfrey könnte eben genau das verhindern.

P.S. Ich hoffe das Oprah nun nicht zu lange die mediale Aufmerksamkeit erhält – ansonsten wird Donald noch eifersüchtig und macht irgendwas dummes nur um wieder in die Medien zu kommen. Und das, meine ich leider nicht im Scherz.

Foto - Quelle : TV Guide

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By Ben
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