BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

May the White be with you

Als George Lucas sein gesamtes Imperium für knapp 4 Milliarden an Disney verkaufte, war klar das es uns zunächst nicht an neuen Star Wars Produkten jedweder Art mangeln würde. Neben der neuen Skywalker Trilogie, die 2019 bereits ihr Ende findet, drei Standalone Filmen und einer komplett neuen Trilogie von The Last Jedi Director Rian Johnson inszeniert, wurde jüngst nun eine Real-Serie mit Jon Favreau angekündigt. Sicher nicht die einzige, denn Disney plant groß ins Streaming Gewerbe einzusteigen – es bedarf also diverser Star Wars Serien damit das läuft. Mal abgesehen davon das Star Wars durch diese Dauerpräsenz irgendwie ein wenig an Reiz oder Mythos verliert, bin ich grundsätzlich offen für alles neue und als lebenslanger Fan entscheide ich das eh nicht freiwillig ob ich das alles gucke, oder nicht. Die Macht ist eben nicht stark in mir.

Es geht mir um etwas anderes. Alle diese Filme und Serien haben eine Sache gemeinsam – sie alle werden inszeniert von weißen Männern. Ich habe nichts gegen weiße Männer, bin selber einer und hoffe auch mal ein alter, weißer Mann zu werden. Aber wo The Last Jedi gerade für seine Diversität gefeiert wurde, wir eine der stärksten und weltweit bekanntesten Pop-kulturellen, weiblichen Figuren dem Star Wars Universum verdanken – Prinzessin Leia – so wenig spiegelt sich diese Diversität hinter den Kulissen wieder. Was komisch anmutet, denn seit 2012 steht Kathleen Kennedy Lucasfilm als Präsidentin vor. Da haben wir doch unsere Frau! Ja, sicher, doch es geht mir um etwas anderes. Gibt es denn keine talentierten, weiblichen Regisseurinnen der wir die Inszenierung einer Star Wars Trilogie oder Serie zutrauen würden? Ich will hier keinen künstlichen Rant abhalten. Auf der Mattscheibe, fördert Star Wars seit jeher starke, unabhängige, inspirierende weibliche Hauptcharaktere die sehr gut ohne Kerl an ihrer Seite auskommen. Siehe Ray in der aktuellen Star Wars Trilogie die in Episode IX komplett ohne männliche Mentoren da stehen und am Ende sicher dennoch den Sieg davon tragen wird. Nach außen hin funktioniert die Botschaft also, aber die Macher leben nicht wirklich, was sie da zeigen und das ärgert mich. Ich kann es nicht so ganz nachvollziehen.

Auch wenn es mich nervt das ein okay-er Film wie Black Panther vor allem deswegen so hart abgefeiert wird, weil er endlich mal Diversität at it’s best feiert, dass es immer noch etwas besonderes ist wenn eine Frau einen Blockbuster inszeniert und ich all das eigentlich lange hinter mir gelassen wissen möchte, so ist das eben noch nicht der Fall. Diese Dinge sind wichtig. Auch das eine Frau, ein Farbiger, ein Homosexueller oder ein Transgender (oder – oh Schock – alles auf einmal!) einen Star Wars Film inszeniert. Wenn all das endlich geschehen ist, wenn die Gegner einer offenen, diversitären Gesellschaft sehen das dadurch eben nicht die Welt untergeht, dann können wir diese scheiß Bigotterie und Angst vor dem „Fremden“ vielleicht endlich hinter uns lassen und erkennen, das es nichts gibt vor dem wir uns fürchten müssen und uns anfangen mit wirklich relevanten Dingen zu beschäftigen. Star Wars kann alleine die Welt nicht verändern – aber Star Wars ist groß und mächtig genug um große und mächtige Zeichen zu setzen. Es wird Zeit.

Foto : GETTY IMAGES KEVIN MAZUR/WIREIMAG

Add comment

Kommentar verfassen

By Ben
BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

About Author

Ben

Zum Finden berufen, zum Suchen verdammt.

Follow Me

Legales

Posts

Neueste Beiträge

Schlagwörter

%d Bloggern gefällt das: