BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

LtwBy18 – Nachfrust

Bevor wir uns morgen der nächsten, dramatischen Wahl widmen, ein kurzer, viel zu später Rückblick auf Bayern. Manchmal, tut es gut so etwas mit etwas Abstand zu tun denn schon ist es so, als wäre nichts passiert.

Tatsächlich hat die CSU unter Söder ihr zweitschlechteste Ergebnis aller Zeiten eingefahren und tatsächlich haben die Grünen so gut wie nie abgeschnitten und wahrhaftig ist die SPD nicht mal mehr Zweitstellig. Aber Konsequenzen, gibt es keine. Nirgends. Auch wenn Die grünen einen Achtungserfolg davon tragen – welchen ich ihn gönne – so ändert das nichts an der Verteilung der Lager. Das „linke“ Spektrum ist mit Nichten größer geworden, es verteilt sich halt anders.

Und personelle Konsequenzen? Von wegen. Söder verweist auf seinem Welpenschutz und weil es nun doch deutlich über 35% war, lässt man ihn wohl gewähren. Frau Kohnen von der SPD lässt verlauten das nun über alles geredet werden müsse, auch über Positionen nur halt ihre eigene nicht. Man trage ja Verantwortung, es wäre billig sich nun davon zu stehlen. Man gewinnt zusammen, man verliert bla bla bla. Es ist wie immer und es ist langweilig. Die SPD erneuert sich zu Tode und kommt kein Stück voran. Seehofer klebt an seinem Stuhl und keiner versteht warum der Mann noch im Amt ist. Gefühlt sitzt Seehofer schon länger auf dem Schleudersitz. Aber dieser scheint defekt zu sein. Der Schleudersitz, nicht Seehofer. Wobei…

Als Bayernwähler würde ich mir verarscht vorkommen. Da lähmt diese dämliche Landtagswahl monatelang die Republik und am Ende koaliert die abgestrafte CSU quasi mit sich selbst wo sie nahezu keine Kompromisse eingehen muss und alles ist wie immer. Dafür hat man mich als Rest-Deutschlandbewohner nun monatelang in Geiselhaft gehalten, dafür das nichts, aber wirklich gar nichts passiert. Ich erinnere mich noch an Zeiten in denen Politiker für weitaus weniger zurücktreten mussten. Na klar ändert sich so nie etwas wenn die Konstrukteure solcher Dramen sich selbst ständig ihren Vertrag erneuern. 

Die Linken konnten ihr erbärmlichen Ergebnis zwar verdoppeln, landeten am Ende aber dennoch deutlich unter der 5% Hürde. Herr Riexinger hat dann versucht die Verdoppelung als positiv zu verkaufen, während Frau Wagenknecht das eindeutig als enttäuschende Niederlage eingestanden hat. Das ist mir dann doch lieber als diese dämliche Schönwetter-reden. Warum die FDP mit genau 5% dann doch reinkommt, kein Plan. Das die AfD nun auch im 15. und nächste Woche im letzten Landesparlament sitzt ist eine ärgerliche Randbemerkung. Mit 10,2% sogar vor der SPD – ein Trauerspiel auf so vielen Ebenen das einem die Worte fehlen. 

Für ein paar Tage oder Momente hat das Ergebnis der Landtagswahl in Berlin eine Krise ausgelöst, zumindest hat man versucht diese herbei zu schreiben. Man scheint sich dann aber schnell darauf geeinigt zu haben den Ball jetzt flach zu halten und die Hessen-Wahl abzuwarten, auch um dieser nicht noch mehr zu schaden. Sollte die CDU dort tatsächlich wie prognostiziert verlieren und die SPD hinter den Grünen dritte Kraft werden, könnte es tatsächlich eng werden. Dann würde sich die Wut und Enttäuschung über die Bayernwahl nochmal Bahn brechen. Wenn nicht, bleibt es einfach eine Landtagswahl unter vielen die vollkommen ohne Konsequenzen bleibt, trotz ihrer historischen Blüten. Ändern tut sich in Bayern erst mal gar nichts. Vielleicht in 10-15 Jahren. Bis dahin bleibt Bayern eben Bayern.  

Foto : dpa / pdi

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