BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

Kopftuchverbot

NRW erwägt ein Kopftuchverbote für Mädchen in deren Schulen und ohne zu dem Thema eine allzu gefestigte Meinung zu haben, bin ich denke ich dafür, wenn auch aus anderen Gründen. Auch denke ich, sollte die Debatte dort nicht enden. Und das dies vor allem ein Wahlkampfmanöver ist um am rechten Rand zu fischen, lassen wir hier auch mal außer acht.

Das Argument dagegen, ist natürlich die Religionsfreiheit, welche wir jeden Bürger dieses Landes garantieren, so lange dessen Religion im Einklang mit unserem Grundgesetz steht. Als Atheist ist für mich das Kopftuch ein ebenso albernes religiöses Symbol wie ein Kreuz um den Hals oder sonstige mittelalterliche Traditionen. Gleichzeitig bin ich aber ein großer Fan von Toleranz – es geht mich schlicht nichts an was Menschen aus religiösen Überzeugungen tun, tragen oder essen oder nicht, so lange es eben nicht unserem Grundgesetz widerspricht. Unser Grundgesetz enthält keine Passage gegen das Kopftuch.

Das Argument für ein Kopftuchverbot ist, das die jungen Mädchen damit sexualisiert werden und das dürfe man nicht unterstützen. Bin ich dabei, ist aber gar nicht mein Haupt-Argument. Mir geht es eher um Selbstbestimmung. Einer erwachsenen Muslima die die Hijab aus freien Stücken trägt, aus Traditions-Bewusstsein, religiöser Überzeugung oder Identifikation – all das geht mich nichts an und solange sie es freiwillig tut, ist das ihr Ding. Ein Kind jedoch tut das vermutlich nicht freiwillig. Ebenso wenig wie wir Kindern erlauben Sex zu haben, Auto zu fahren, zu wählen oder Drogen zu nehmen, sollten wir Kinder vor Religion schützen, bis sie selber entscheiden können, woran sie glauben und woran nicht. Wir regulieren all diese Dinge, versehen sie mit einem Mindestalter weil wir Kindern nicht die geistige Reife zugestehen als Kind zu wählen oder zu entscheiden mit wem sie wirklich Sex haben wollen oder nicht. Ein Charakter braucht Zeit ich zu bilden, zu reifen und selbstständig zu werden. Eigene Werte und Vorstellungen zu entwickeln. Bis dahin gilt es diese beeinflussbaren Geschöpfe zu beschützen.

Während ich damit nicht behaupte will das ein Kind nicht glauben kann, so ist es doch meistens der Glaube der Eltern, welche das Kind einfach übernimmt. Ich persönlich finde das schlimm, würde mir wünschen das Eltern ihren Kinder ihre Religion näher bringen, sie erklären, es dann aber dem Kind überlassen ob es dieselbe Religion annimmt, für sich entdeckt und eben selbst daran glaubt. In vielen Familien geschieht das auch, aber eben nicht in allen. Deshalb bin ich auch dagegen das Eltern ihre Kinder auch symbolisch religiös prägen dürfen. Das meint die Hijab, das Kreuz, die Taufe, aber eben auch die Beschneidung. Ein Hijab, ein Kreuz kann ich später ablegen. Eine Taufe lässt sich zwar auch nicht rückgängig machen, ist aber nicht invasiv. Es bleibt davon de facto nichts, als ein Stück Papier. Eine religiöse Beschneidung hingegen, lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Letztlich halte ich all diese Traditionen für Quatsch und würde mir wünschen das der Mensch diese Dinge hinter sich lässt, ich spreche mich aber gar nicht dafür aus das sie verboten werden. Nur eben an ein bestimmtest Alter und damit Einverständnis der Person die es betrifft gebunden wird. Kinder gehören nicht ihren Eltern. Auch wenn diese sie prägen, sie besitzen sie nicht und dürfen nicht einfach so über deren Körper entscheiden. Oder Aussehen. Ich habe nichts gegen religiöse Beschneidung, wenn der Junge alt genug ist, weiß worum es geht und selber dafür ist und das machen will. Babies zu beschneiden sollte ebenso verboten werden, wie kleine Mädchen dazu zu zwingen ein Kopftuch zu tragen.

Foto Quelle : Google

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By Ben
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