BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

Häusliche Gewalt

Wie bitter notwendig solche Feiertage wie der Weltfrauentag immer noch sind, lässt sich anhand des jährlichen Berichtes zur Häuslichen Gewalt erahnen. Um die 114.000 Frauen pro Jahr erfahren Gewalt in irgendeiner Form, von bespuckt werden bis Axt-Angriffen ist alles dabei. Alle 2,5 Tage wird eine Frau von ihrem Partner ermordet. Was wohl passieren würde, wenn wir jeden Mord an einer Frau dermaßen medial ausschlachten würden, die Gewalt durch Migranten? Ja, da sind auch Ausländer dabei, aber die meisten Täter sind so deutsch wie sie eben männlich sind. Vier von Fünf Opfern häuslicher Gewalt sind Frauen. 20% damit Männer, was überraschend hoch sein mag und was in der Realität vielleicht sogar noch höher ist. Für einen Mann ist die Hemmschwelle von dieser Gewalt zu berichten aufgrund von verklärten Rollenklischees vielleicht noch höher als die von Frauen. Pure Spekulation. So wie die Zahlen generell natürlich nicht die Realität abbilden, diese wird noch viel schlimmer sein. Aber sie gewähren einen Eindruck: Hier läuft etwas vollkommen verkehrt. Beinahe jede Frau kann von irgendwelchen unangenehmen Begebenheiten berichten, zu viele von direkter Gewalt, Sexismus und Unterdrückung. Es ist alles dasselbe. Die hässlichen Auswüchse einer Männer-dominierten Welt. Einer Welt, in der der Mann sich das vermeintlich schwächere Geschlecht gefügig macht. Eine Welt in der die Frau dann am Ende, bei aller Freiheit, dennoch nichts ohne dem Mann ist und ihm gefälligst zu Diensten sein soll. Zumindest aber eine Welt, in der der Mann darüber entscheidet was ein Problem ist und was nicht. Ja Herrschaftszeiten, darf Mann nicht mal mehr flirten? Was zieren die Biester sich denn auf einmal so? Da grabscht man mal kurz an den Arsch, was zieht die auch so enge Jeans an? Die will es doch so! 

Wie sehr mich die Relativierungsversuche der Ertappten ankotzen. Aber Männer erfahren auch Gewalt! Ja, richtig, tun sie. Ist aber nicht das Thema. Nur weil schon mal andere Frauen vergewaltigt wurden, macht das die Vergewaltigung einer anderen Frau in keiner Weise weniger relevant oder schrecklich. Gewalt ist immer abzulehnen, fangen wir bei den Frauen an. Setzen wir uns für eine wirklich gleichberechtigte Gesellschaft ein, ändern wir diese verstaubten Rollenbilder, hören wir auf uns ständig in das Leben der Frau einmischen zu wollen. Können wir endlich mal die Frauen in Ruhe lassen? Einfach nur mal so, weil wir da jetzt lange genug alles falsch gemacht haben? Je älter ich werde, desto mehr wird mir klar was diese scheiß Männer-dominierte Welt angerichtet hat, jeden Tag noch anrichtet. Die systematische Verachtung der Frau – vor allem manifestiert durch das ach so geile Christentum – beschämt mich. Ich verstehe auch gar nicht das man darüber diskutieren muss dass das abzulehnen ist, dass jede Aktion die das anklagt, rechtens ist. Ich kann mir den Protest von Männern, das armselige Relativieren wirklich nur so erklären, dass die sich alle ertappt fühlen. Wer sich angesprochen fühlt, ist auch gemeint-mässig. Pech, das Patriarchat fällt. Nicht schnell oder früh genug, aber es wird fallen. Der Zug lässt sich jetzt nicht mehr aufhalten und das ist gut so. Wir zukünftigen, alten weißen Männer können nur froh sein das alles was Frauen wollen Gerechtigkeit ist und nicht Rache. Verständlich wäre auch das. 

Foto Quelle : dpa

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By Ben
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