BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

Die Falschen Kriege

Die Parabel über Dobrindts-Blödsinn-Revolution bringt mich auf ein anderes Thema: Kann es sein das Politik sehr oft, zu oft die falschen Kriege führt? Vom Dauerthema Flüchtlinge mal abgesehen – was nur deswegen so gut funktioniert weil da wirklich jeder (Deutsche) drauf hauen kann und eine Meinung zu haben darf – gibt es immer wieder Themen die in den medialen Fokus rücken, die ich einfach nicht so richtig wichtig finden kann.

Gerade lese ich eine Studie das beinahe jeden Tag eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet wird, eine Statistik die seit fünf Jahren ansteigt, da wird nach härteren Strafen für die Chaoten gerufen die Polizisten und Feuerwehrmänner beim Einsatz angreifen. Das andere ist gar kein Thema. Warum nicht? Nicht falsch verstehen, ich finde es absolut verachtenswert wenn Gewalt gegenüber Polizisten oder Feuerwehr ausgeübt wird, vor allem grundlos, aber mir wird das Thema irgendwie zu sehr aufgebauscht. Statistisch war die letzte Silvesternacht eher ruhig was solche Übergriffe angeht. Zwar steigt die Gewalt gegenüber Rettungskräften in den letzten Jahren ebenfalls stetig an – was nicht okay ist – aber nicht in einem Ausmaß welche eine solche Empörung rechtfertigen würde.

Die Gewalt von einigen Radikalen gegenüber der Einsatzkräfte beim letzten G20-Gipfel in Hamburg war und ist ein großes Thema. Die teils vollkommen überzogene Gewalt durch die Polizisten ist laut Olaf Scholz gar nicht passiert, Videoaufnahmen die derartiges zeigen sind Quatsch, unvollständig oder was auch immer. Und kein Thema mehr.

Wenn Radikale pro Jahr 1000 Asylheime anzünden ist das bedauernswert, wenn Linke Polizisten angreifen ist das Staatsgefährdender Terror.

Pro Jahr sterben 70.000 Menschen an den Folgen von Alkoholmissbrauch, dennoch führt Frau Mortler einen Krieg gegen Marihuana was pro Jahr genau niemanden tötet. Gleiches in den USA wo Justizminister Sessions Marihuana auf eine Stufe mit Heroin stellt, vollkommen losgelöst von Fakten.

Feinstaub tötet auch so um die 60.000 Deutsche pro Jahr – schlimmer finden wir aber böswillige Attacken durch Migranten. Warum ist das so? Ja, die Migranten müssten nicht hier sein, Auto fahren müssen wir ja aber nun mal. It es wirklich so einfach?

Es ist einfach die falschen Krieg zu führen. Denn die Opfer dessen, sind immer die anderen, nie man selbst. Wichtig ist, ein Feindbild zu finden auf das sich möglichst viele einigen können. Es darf halt nicht das eigenen Spiegelbild sein. Ablenkungs-Debatten die uns beruhigen und vor der Realität schützen. Führt man die richtigen Kriege, die, die weh tun erfordert das selbst Opfer zu bringen. Was würde denn passieren wenn wir nicht mehr von Alkohol und Drogen sprechen würden, sondern eben nur noch von Drogen? Wenn wir beide Substanzen genau gleich behandeln würden? Wie viele wären dann davon betroffen? Auf jeden Fall der Verfasser dieser Zeilen.

Statt der Mehrheit nach dem Mund zu reden, wünsche ich mir Politiker die die richtigen Debatten führen. Die dort hingehen, wo es weh tut. Die unangenehme aber relevante Fragen stellen. Eigene Themen setzen, sich um das kümmern was unpopulär und schmerzhaft ist. Statt sich in Diskussionen zu flüchten die viele Mitgehen können, weil sie sie nicht betreffen, soll Politik am Puls der Zeit notwendige Diskurse führen. Wahrheit, statt Kuschelkurs. Politik soll aufhören falsche Kriege zu führen die einfach sind, sondern sich um relevante Themen kümmern. Auch wenn es weh tut. Nette Kriege gibt es nun mal nicht.

Foto-Quelle : www.healthline.com

Add comment

Kommentar verfassen

By Ben
BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

About Author

Ben

Zum Finden berufen, zum Suchen verdammt.

Follow Me

Legales

Posts

Neueste Beiträge

Schlagwörter

%d Bloggern gefällt das: