BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

Der eine Konservative sie alle zu knechten

Und wo wir gerade beim zukünftigen CDU-Vorsitzenden sind. Erstens nervt mich ja hart wie viel Aufmerksamkeit das generiert. Das ist ein bisschen wie mit Brexit. Reden die in UK eigentlich noch über irgendwas anderes seit zwei Jahren? Von dem was man so hört jawohl nicht. Dabei gibt es dort wie hier so wichtige Themen zu besprechen. Stattdessen verkleben wir unsere Aufmerksamkeits-scheuen Gehirne damit welches Arschloch als nächstes die Arschloch-Partei anführt. Ja, das ist populistisch und wenig zivilisiert aber ich habe langsam wirklich nichts weiter als Verachtung für die Konservativen und Rechten übrig. Egal wer den Laden übernimmt, besser wird es eh nicht. Was mich nervt ist, dass es ausgemachte Sache zu sein scheint das die nächste Kanzlerin / der nächste Kanzler wieder von der CDU kommt. Als ob das Gottgegeben ist. Egal wer ihr zur Seite steht, auf jeden Fall muss die CDU weiter am Ruder sein. Warum? Darf hier vielleicht auch mal wieder eine andere Partei den politischen Kurs prägen? Vielleicht eine Partei die nicht so abartig rückwärtsgewandt ist und tatsächlich Bock hat Zukunft zu gestalten und aufhört mir von Gestern zu erzählen? 

Wenn es Merz wird (von Spahn redet ja irgendwie keiner mehr – und wann wurden eigentlich die anderen 11 Kandidaten von denen ich nichtmal irgendwo die Namen gelesen habe aussortiert?), kann man sich auf einen schönen Rechtsruck der Partei einstellen. Dabei ist AKK keinesfalls so weltoffen oder “mittig” wie sie tut, bzw. wie die Medien tun. Das ist eine durch und durch konservative Frau, teilweise sogar deutlich konservativer als Merkel. Sie ist aber ebenso wie Merkel nicht vulgär, aufbrausend oder ekelhaft wie das viele ihrer männlichen Kollegen sind. Deswegen mag man sie, irgendwie. Ich finde sie ähnlich schlimm wie Merkel, aber eben irgendwie glatt. Die tut keinem was, die lebt halt in einem anderen Jahrhundert. Merz wiederum ist gefährlich. Viel zu wenig wird beleuchtet was eigentlich seine Motivation ist. Und wenn das Thema Geld mal aufkommt, wird ganz schnell über das Recht auf Asyl geredet. Und die Medien machen es mit. Vollpfosten. Zu Gute halten möchte ich der Union aber, dass das mit dem neuen Vormerz, äh Sitzenden schnell geht. Anfang Dezember wird schon abgestimmt. Man stelle sich amerikanische Verhältnisse vor – Dauerbeschallung für ein halbes Jahr oder länger. Grässlich. Gut ist das Merz schon so alt ist, mit 63 wird er dann wohl nicht 18 Jahre den Vorsitzenden mimen können. Hoffentlich. 

Möge das Elend bald ein Ende haben. Ich wünsche mir mehr Aufmerksamkeit für Ideen, Konzepte und Visionen. Weniger für Horserace. Mir doch Wumpe wer den Laden zukünftig anführt. Für mich bleiben die Schwarzen solange unwählbar, wie sie sich weigern mit mir im gleichen Jahrhundert zu leben. Ich sehe nicht das sie sich da unter egal welchen Kandidaten groß bewegen. Merz wird vermutlich leichter zu hassen sein. Eine Chance für die SPD sich daran abzuarbeiten und leichter zu profilieren und positionieren. So denn sie überhaupt noch ein Interesse haben das zu tun. AKK wäre da schwieriger. Ist tragisch, aber die SPD braucht ein richtig widerliches Arschloch gegen das sie Politik machen können. Merz ist nicht vulgär oder widerlich in seiner Sprache. Wie fast alle alten, weißen Männer ist er selbstgefällig und herablassend, meint dabei aber clever zu sein. Er ist unterschwellig gefährlich. Kein einfacher Gegner, denn doof ist er nicht so wie Spahn den ich ebenso wie Dobrindt schlicht als Trottel wegkategorisiert habe. Kanzler Merz oder Kanzlerin AKK – beides ähnlich scheiße, beides schrecklich, daher egal wer es wird. 

Foto : dpa

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By Ben
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