BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

Deketalisierung?!

Ich denke ich spare es mir auf Gaulands entlarvendes Sommerinterview beim ZDF einzugehen. Vielleicht nur drei Punkte dazu:

  1. Die AfD zu stellen in dem man sie nach tatsächlich relevanten, gesellschaftlichen Themen fragt auf die sie keine Antworten hat und teilweise auch wenig daran interessiert ist welche zu entwickeln statt ihnen ihr einziges Hass-Thema immer auf dem Silbertablett zu servieren, sollte kein radikal neues Konzept sein. Das hätte man von Anfang an machen können und sollen. 
  2. Es ist richtig das die AfD eine relativ neue Partei ist, ich stehe ihr daher zu nicht auf alles sofort eine Antwort zu haben, komplette Konzepte usw. – wer aber den Anspruch hat eine Alternative für das gesamte Land und nicht nur in einem kleinen Themenbereich zu sein, muss mit Hochdruck daran arbeiten und Leute vorweisen können, die dazu sprechwillig- und fähig sind. Das ist die AfD nicht – sie ist für die meisten Themen eben keine Alternative, sie basiert auf Hetze, Protest und Anfeindungen. Es gibt kaum Substanz in dem Laden – das sollte niemanden überraschen, es ist aber gut das deutlich zu machen. 
  3. Die Öffentlich-Rechtlichen dürfen sich natürlich nicht damit begnügen nur die AfD so anzugehen, eben jene Themenvielfalt muss dann auch für alle anderen Interviewpartner gelten. Der Vorwurf der Bloßstellung lässt sich nicht ganz von der Hand weisen, wenn man dann danach mit der Kanzlerin minutenlang mal wieder nur über Flüchtlinge redet. Auch sie soll sich zu den Themen verhalten, zu denen sie zu wenig sagt. 

Und das bringt mich zum eigentlichen Punkt, die Digitalisierung oder eben Deketalisierung wie Alex G. sie immer nennt. Schon das er es nicht vernünftig aussprechen kann oder will, zeigt wie scheiß egal ihm das Thema ist. Die WBS-Gruppe hat kürzlich eine Studie veröffentlicht darüber welchen Stellenwert die Digitalisierung im Diskurs der Parteien im letztem Jahr eingenommen hat. 177 mal wurde die Digitalisierung thematisiert, während Flüchtlinge und Migranten 3.630 mal thematisiert wurden. Daran kann man schon erkennen was hier verkehrt läuft, ein Verhältnis von 1:20. Ich lasse dabei nicht gelten das Menschen das eine Thema für relevanter halten, weil sie das im Alltag zwar auch nicht sehen aber das andere eben noch weniger verstehen. Es ist eben Aufgabe der Politik das begreiflich zu machen.

Wenig überraschend ist es das die FDP am meisten über das Thema redet. das Buzzword-Bingo beherrscht die Lindner-Partei eben recht gut, auch wenn es zurzeit zu nichts führt – #sad. Danach ist es ausgerechnet die CDU die am meisten darüber spricht, Mrs. Neuland hat zwar auch keine Ahnung aber immerhin nimmt sie das Wort ab und an in den Mund und lässt sich mit Robotern fotografieren. Das die SPD hier noch knapp vor den Grünen liegt, überrascht mich. Nicht aber das dies kein Thema für die AfD oder CSU (freies W-Lan in Bussen bis 2050) ist. Es schmerz mich aber, das ausgerechnet Die Linke auf dem letzten Platz ist. Wenn Die Linke mal über Digitalisierung spricht, dann nur negativ, nur mit Schrecken, nur als Angstszenario.

Die Digitalisierung ist eine erneute Revolution der viele Arbeitsplätze zum Opfer fallen werden, das stimmt. Sie bietet aber auch Chancen, wenn man begreift das sie damit die Definition von Arbeit an sich ändern muss. Es nervt mich sehr das Die Linke hier so wenig Kompetenz mitbringt und das nicht als Chance, als etwas was man positiv gestalten kann begreift. Ohne naiv zu sein, es ist wichtig die negativen Seiten nicht zu negieren, offen anzusprechen und dafür vernünftige Lösungen zu finden. Das kann ich eben nur, wenn ich mich rechtzeitig damit beschäftige. Das war vor ein paar Jahren. Es wird Zeit aufzuwachen. Nichts ist linker, sozialer als gerechte Arbeit und Umverteilung. Die Linke muss sich hier ganz schnell ein paar kluge und vermutlich junge Köpfe suchen die sich dem mit viel Leidenschaft und Lust annehmen und auch positive Messages verbreiten. Es wird krass, es ist eine Revolution aber sie hat so viel scheiß gutes Potential, wenn man es vernünftig anpackt. Statt diese erneute Revolution zu bekämpfen und so lange wie möglich auszusitzen, sollte man sie offensiv angehen, experimentieren und versuchen zu gestalten. Dabei wird nicht alles gut gehen und es wird zu massiven Problemen kommen. Ein Vorteil der Digitalisierung kann oder sollte aber eben sein, dass Dinge schneller gehen. Meint, Fehler die man begeht sollte man schneller wieder ausbügeln können. Dem steht natürlich die Politik selbst im Weg, weil diese nun mal nicht schnell ist aber auch die sollte sich bewegen und die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen.

Statt Untergangsfantasien mal wieder ein wenig Lust auf Zukunft, Veränderung und Leidenschaft dafür Dinge zu gestalten. Utopie statt immer nur Dystopie. Die scheiß Welt geht nicht unter, sie verändert sich. Das bietet immer Chancen, nutzen kann man sie nur wenn man sie mutig ergreift und nicht wie Alex G. in seinem Jahrhundert festsitzt und sich das ganze Teufelszeug wegwünscht weil man es nicht versteht, nicht verstehen will.

Foto Quelle : https://www.assesshub.com/

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By Ben
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Zum Finden berufen, zum Suchen verdammt.

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