BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

btw17 // Zwei // Die Prognose

Dies kann ich kürzer halten als meinen Versuch einer Einleitung, so wie ich eigentlich alle btw17 Artikel recht knackig halten möchte. Von wegen Performance und so…

Am 24. September, kurz nach 18:00 Uhr wird uns einer dieser künstlich aufgeregten Demoskopen folgendes Wahlergebnis verkünden:

  • Stärkste Kraft wird mit 37% wie zu erwarten die CDU / CSU
  • Zweitstärkste Kraft wird mit beschämenden 20,5% die SPD – die Blamage unter 20% zu rutschen kann knapp abgewendet werden und wird von einigen später als Leistung ausgelegt werden, denn natürlich war diese Wahl nie zu gewinnen
  • Die AfD wird mit knapp 15% drittstärkste Kraft und kann kaum laufen vor Kraft – danke an die besorgten Bürger
  • Immerhin den vierten Platz kann Die Linke mit knapp 7% verteidigen
  • Dicht dahinter zieht die FDP mit ebenfalls knapp 7% wieder in den Bundestag ein – Lindner feiert sich wie Obama und Mohammad Ali in einer Person
  • Das Schlusslicht im neuen sechs Parteien Parlament bilden mit etwas mehr als 6% Die Grünen – das schlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl seit 1994
  • Sonstige Parteien landen bei knapp 7% – darunter Die Partei die alleine beachtliche 2,5% auf sich vereinen kann
  • Die Wahlbeteiligung steigt knapp auf 75% – das einzig positive an dieser Wahl

 

Nach langen hin und her scheitern die Verhandlungen für das scheinbar präferierte aber unbequeme Jamaika-Bündnis vor allem an der Basis Der Grünen, so das Merkel erneute Koalitionsverhandlungen mit der SPD aufnimmt. Die SPD nimmt sich vor die Die Union ihre Beteiligung an eine erneute GroKo einiges kosten zu lassen, letztlich gehen die Verhandlungen aber schneller über die Bühne als 2013. Als Demokraten trage man schließlich eine Verantwortung. Diverse SPD Minister retten sich ohne sich zu schämen in eine erneute Amtszeit. Der Finanzminister heißt weiterhin Wolfang Schäuble. Auch Stefan Seibert als Merkel, Pardon, Regierungssprecher macht weiter. Alles bleibt wie es nicht sein sollte.

Ich bin genauso wenig Hellseher wie jeder andere und schieße hier natürlich einfach nur ins Blaue wie alle anderen auch. Vor allem was die AfD angeht, hoffe ich das ich falsch liege und sie deutlich unter 10% landen wird. Letztlich hoffe ich das sie nicht rein kommt, das scheint aber ausgeschlossen. Ich habe einfach ein ungutes Gefühl das viele Befragte in allen derzeitigen Umfragen einfach nicht die Wahrheit sagen, weil sie eben nicht in die Braune Ecke gestellt werden wollen, aber dennoch bereits genau wissen wo sie ihr Kreuz machen werden. Ich halte es für ausgeschlossen das die SPD stärker als 2013 (25,7%) abschneiden kann. Auch, halte ich es nicht für gerechtfertigt. Ein Teil in mir wünscht sich sogar, das sie unter 20% landet, glaube ich aber nicht. Warum, erkläre ich ein andern mal.

Das Die Grünen sehr schlecht abschneiden werden, ist so ein Gefühl und zeichnet sich seit einiger Zeit ab. Die FDP wird recht stark zurückkommen, von der demütigen Bescheidenheit von 2013 als sie das Parlament verlassen mussten, wird nichts übrig sein.

Da es aber für SchwarzGelb nicht reichen wird, glaube ich das Merkel sehr gerne mit der SPD weiter regieren möchte. Ein paar Frechheiten im Wahlkampf will man den Sozen aber nicht einfach so verzeihen. So stürzt man sich in die unbequemen Verhandlungen, ohne diese komplett ernst zu meinen. Die Grüne Basis rebelliert, die eh in Ungnade gefallene Parteispitze zieht schließlich zurück und lässt die Verhandlungen platzen. Robert Harbeck bricht weinend, lachend zusammen. Cem zieht sich aus der ersten Reihe zurück, Kathrin bleibt.

Ich bin mir nicht sicher ob Martin Vizekanzler macht, glaube aber letztlich ja. Nach Brüssel kann er nicht einfach so zurück. Man versucht der Union ein paar schmerzhafte Reformen abzuringen, letztlich wird es aber (erneut) ein recht mutloses, wenig innovatives Zweck-Bündnis. Man riskiert wenig, GroKo 4.0 steht unter dem Motto bewahren was gut für’s Land ist. Vor allem eben Merkels Kanzlerschaft. Der einzige Unterschied – eine deutlich stärkerer, schlagkräftigere, aber zerstrittene Opposition. Das Ausland reagiert erleichtert. Stabilität geht über Innovation. Keine weiteren Experimente jetzt.

Nach wenigen Monaten interessiert sich keiner mehr für das politische Einerlei bis zur nächsten Wahl. Alles wie immer. Auch die politischen Entgleisungen der AfD werden immer normaler und finden weniger Beachtung. Außer durch gelegentliche Provokationen fällt sie nicht weiter auf, weil sie schlicht kein Interesse haben, Politik zu machen. Allerdings – und hier muss ich mich selbst korrigieren, landen sie auch 2021 wieder knapp im Bundestag. Erst 2025 fliegen sie wieder raus weil auch sie nichts ändern und der Deutsche irgendwann auch des Meckern’s über das immer selbe Thema müde wird.

So in etwa stelle ich es mir vor und ich werde dankbar sein, mich zu irren.

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By Ben
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Zum Finden berufen, zum Suchen verdammt.

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