BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

btw17 // Vierzehn // RotRotGrün

Mit dieser Wahl scheint das Experiment RotRotGrün weiter weg denn je. Alleine die Idee scheint tot zu sein. Während man die Grünen recht selten dazu befragt, sind es vor allem die SPD und Die Linken die sich wie Spinnefeind gegenüber stehen. Während Die Linke damit fortfährt all das an der sPD zu kritisieren was eben auch deren Ehemann,ige Wähler kritisieren, was Die Linke überhaupt ermöglichte, jammert die SPD das R2G solange unmöglich sei, wie Die Linke in der SPD ihren Hauptgegner sieht. Ich frage mich immer warum die linken Kräfte so doof sind es nicht auf die Reihe zu kriegen gegen die Rechten endlich mal eine Front zu bilden. Am Ende, wollen die doch alle dasselbe oder?

In der SPD scheint nach wie vor Schröders Losung zu gelten „Solange Lafontaine da irgendwas zu sagen hat, gibt es keine Zusammenarbeit mit der Linken“. Das ist nichts weiter als Egogewichse. Verletzter stolz. Dann heißt es immer, wenn es in der Linken mehr Pragmatiker wie Bodo Ramelow gäbe, könnte man reden aber Stalinisten wie Wagenknecht seien nicht zu Kompromissen bereit. Unvergessen für mich Klaus von Dohnanyi der sich in einer der unsäglichen Politik-Talkshows erblödete von der Linken zu fordern sich radikal zu ändern, auf SPD Linie zu kommen, dann könnte man reden. Warum sollten sie? Warum sollte eine eigenständige Partei alle ihre Prinzipien (die einst zu großen Teilen die Prinzipien der SPD waren) aufgeben und zur SPD-Light werden? Man nennen mir einen logischen Grund.

Bei aller berechtigten Kritik an die Linke, mich kotzt die selbstgefällige Arroganz der SPD an die es irgendwie schafft die Zeichen der Zeit zu ignorieren und nicht ernst zu nehmen. als würden sie das Wahlverhalten der sie nicht wählenden für einen momentanen Fehler halten, der sich schon irgendwann korrigiert. Glauben die denn wirklich das sie so mal wieder an 40% ran kommen?

Als einer der Gründe warum man nicht mit der Linken reden könnte (neben Wagenknecht) wird dann immer deren Forderung nach dem Austritt aus der NATO genannte. Zack, Diskussion beendet bevor sie begonnen hat. Ich verstehe das eh nicht, wann immer ein Politiker sagt „Mit denen kann man nicht reden“ gesteht er doch im Prinzip eine Niederlage ein. Worte sind das einzige Handwerk des Politikers. Eigentlich sagt er dann „Ich kann mit denen nicht reden“. Warum reden sie nicht mal? Warum setzen sie sich nicht mal öffentlichkeitswirksam hin und diskutieren all die Themen die einer furchtbaren Zusammenarbeit zurzeit im Wege stehen? Außer der Nebelkerzenaktion vor ein paar Monaten habe ich noch von keinen ernsthaften Gesprochen gehört. Ich bin mir sicher, wenn man sich fernab von Personen, verletzten Egos (das gilt für beide Seiten!), ohne voreingenommen zu sein treffen würde, diskutieren würde, könnte man die meisten Streitpunkte ausräumen. Es gibt, oder sollte so viele Überschneidungspunkte geben. Ein RotrotGrünes Bündnis könnte so viel bewegen, so viel verändern, so vieles ausprobieren und in die richtige Richtung bewegen. Es ist einfach ein Jammer das es mit dieser SPD nie dazu kommen wird. Diese SPD hört hoffentlich heute Abend kurz nach 18:00 Uhr auf zu existieren. Vielleicht haben wir dann 2021 eine neue Chance.

Ich frage mich, wie sich die SPD die Zukunft ansonsten vorstellt. Glauben die denn das sie in einem sechs Parteien-Parlament irgendwann nochmal die Mehrheit mit den Grünen erlangen werden? Oder schielen sie auf RotGelb? Warum? Wie will die SPD so irgendwann mal wieder die oder den Kanzler stellen?

Ich halte es für einen Fehler das die Parteien keine Koalitionsaussagen vor der Wahl machen. Früher gab es das. 1998 war klar, das es mit der SPD RotGrün geben würde und nicht RotSchwarz. Das haben die Leute gewählt, darauf haben sie sich verlassen. Wir wählen keine Koalitionen, aber vielleicht sollten wir das denn keine Partei kann alleine regieren. Je größer das Parlament wird, desto unwahrscheinlicher wird das.

Ich will das sich diese drei Parteien endlich auf Augenhöhe ohne Denkverbote hinsetzen, ihre Unterschiede ergebnisoffen diskutieren und an gemeinsamen Positionen arbeiten. Wenn es dann wirklich Punkte gibt über die man sich nicht einig wird, dann ist das so. Dann ist es auch ehrlicher das zu sagen, dann müssen wir das hinnehmen. Ich kann aber nicht hinnehmen das nur übereinander aber nicht miteinander geredet wird. Die Linken Kröpfte müssen einfach besser sein als das. Die sollen endlich ihr scheiß Ego vergessen und Sacharbeit leisten. Zusammen eine Vision erarbeiten die das beste von allen beinhaltet. Nicht perfekt, aber besser und inspirierender als als alles was von der Rechten Seite kommt.

Es schmerz mich anzuerkennen das wir davon weiter denn je entfernt zu scheinen sein. Wenn heute Abend ein Wunder passieren würde, es entgegen aller Prognosen für RotRotGrün reichen würde und man tatsächlich dieses Bündnis schneidet, würde es vermutlich scheitern. Wenn es unter Druck, unter Zwang, zum puren Machterhalt geschmiedet würde, würde es sicherlich scheitern. Und vermutlich an den Linken die dann irgendwas, was sie nicht mittragen können (um ihre Werte nicht zu verraten) verneinen und so die Koalition platzen lassen würde. Damit wäre RotRotGrün für immer gescheitert. Das wäre das schlimmste was passieren könnte. Mir ist also lieber das wir damit warten, bis es auch wirklich von allen gewollt ist. Dafür müssen sich alle drei Parteien verändern, verjüngen, Personal austauschen und für Alternativen offen sein. Das beginnt hoffentlich heute Abend, so schmerzhaft es sein wird.

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By Ben
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