BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

Edelmut vs. Bescheidenheit

Der unreife Mensch kennzeichnet sich dadurch aus, dass er edel für eine Sache sterben will, der reife dadurch, dass er bescheiden für eine leben will.

– Wilhelm Stekel –

Auch edel für etwas zu sterben, hat gewiss seinen Reiz. Die Illusion von Bedeutung und Anerkennung. Vor allem bedeutet es aber wohl, für etwas anderes, als sich selbst zu sterben. Sich, sein eigenes Leben im Dienst einer Sache, eines Landes oder einer wie auch immer gearteten Macht zu stellen, ist leicht. Man gibt die Verantwortung für sein eigenes Tun ab und opfert so sein Leben für das größere Gut in jeder erdenklichen Weise. Das ist deswegen so tragisch, weil man nie wirklich für etwas anderes gelebt hat, als für etwas was man nicht selbst ist zu sterben. Der eigene Tod wird bedeutungslos weil er im Dienste von etwas steht, was man selbst nicht beeinflusst.

Generell ist es leicht gegen etwas zu sein und so viel schwerer, für etwas zu sein. Sich den Kräften der Vernichtung anzuschließen erfordert keinen besonderen Mut. Doch im positiven Sinne dem Zentrum der Veränderung anzugehören, erfordert Mut und Kraft. Es erfordert einen wachen, engagierten und stets hinterfragenden Geist. Der Soldat der edelmütig für sein Land stirbt, hinterfragt nicht.

Für etwas zu sterben kommt einer Aufgabe gleich, für etwas zu leben hingegen ist ewiger Kampf. Voller Niederlagen und Rückschritte.

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By Ben
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