BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

Irgendwas ermorden

Nichts schadet dem Schreibenden ja mehr als Urlaub. Freizeit – hier angsteinflößende Gewittergeräusche einfügen. Entweder er verschläft seine Zeit und schadet damit seinem eh schon brüchigen Körper, oder er zerdenkt die Zeit und vergrübelt den grenzdebilen Denkapparat bis er nicht mehr richtig funktioniert. Gut, richtig funktionieren, das ist eh so eine Sache. Nein, dieses Wesen ist nicht für Freizeit geschaffen. Dabei verlangt es der sehnsüchtigen Seele nach freien Tagen, der rohen und brutalen Kreativität geopfert.

Eine Woche Zeit sich in Worte zu stürzen. Gut, ein wenig Arbeit für’s Nebengewerbe und Sport will auch wahrgenommen werden, aber das ist ja immer so und nichts besonderes. Und das passiert auch, während die Worte schweigen. Man denkt an Malmsheimer und fragt sich, was wäre wenn Worte reden könnten… 

Nun sitzt der Unentschlossene hier, noch ein paar Minuten Zeit heute Worte tanzen zu lassen, doch der Geist liegt brach. Eben beim Lesen noch zig Ideen gehabt, aber jetzt ist irgendwie alles weg. Klar, man könnte endlich diese eine Geschichte redigieren und mal online stellen oder diese andere anfangen, aber irgendwie ist das auch alles langweilig. Generell ist das alles gerade langweilig, es zeckt einem nichts so richtig an und das ist ein ganz schlimmer Zustand. Wie viele Minuten, Stunden ich schon der Unentschlossenheit geopfert habe… All diese ver-unte Zeit. Drei Tage bleiben noch um der freien Zeit ein bisschen was kreatives abzugewinnen, irgendwas zu erschaffen. Wenn doch wenigstens eines der begonnen Projekte Fortschritte machen würde. Doch nichts erscheint richtig, nichts erscheint so dringend das man darüber schreiben muss und das macht es zur Arbeit und das macht es schwierig. Oh, arbeiten könnte der Fleißige gerade ohne Probleme, zwingt sich aber das nicht zu tun. Time flies, when you have fun. Ich versuche seit einiger Zeit aber auch meinem Privatleben wieder ein wenig Bedeutung zu verleihen. Mit bescheidenen Erfolg wenn man ehrlich ist, aber der Versuch zählt. Alles beginnt und endet in meinem Kopf. Immer. Und ich höre das Herz laut lachen.

Statt zum Mond reisen zu können, sollten wir endlich Mittel und Wege finden von der eigenen Seele Urlaub zu machen und sei es nur für ein paar Tage. Hat man längst, wird der eine oder andere denken – Drogen. Mag sein, aber nicht die Baustelle des Denkenden und nicht das, was er meint. Ich meine tatsächlichen Urlaub, Abstand, räumlich und emotional. Das könnte helfen. Ein paar Tage mal nicht man selbst sein. Dinge anders sehen und begreifen.

Ein Kreativer Tobsuchtsanfall. Wie lange ist das eigentlich her? Ich kann mich nicht erinnern. Ich habe da diese eine Projekt-Idee die eigentlich echt nett ist. Lyrisch nicht zu anspruchsvoll, aber schon als gekonntes Spiel mit Worten und Tabus gedacht. Smart soll es sein, kreativ, frech, witzig und schockierend. Ironisch vor allem. Ich weiß halt nicht, ob ich tatsächlich witzig kann. Smart erst recht nicht. Witzig sein, okay, aber schreiben? Puh. Das tolle an dem Projekt wäre oder könnte aber die visuelle Umsetzung sein. Etwas wo man ständig Entwürfe teilen und entwickeln könnte, genau mein Ding und etwas das mich an alte Tage erinnert. Es könnte etwas sein, was mich auf allen Ebenen fordert, die mir eigentlich Spaß machen: Worte, Design, Audio sogar Video wenn ich will. Es ist aber der Inhalt, vor dem es mich gerade zurückschreckt. Ich weiß einfach nicht ob ich das kann. Dann ist da noch diese andere Idee, die mein Beitrag dazu sein könnte nicht immer nur zu meckern, sondern etwas zu tun. Und gerade ist mir aufgegangen, dass man auch dies visuelle begleiten könnte… Es mangelt diesem Wesen nicht an Ideen, es mangelt an irgendwas anderem. Und wenn er dieses irgendwas nicht bald findet und ermordet, dreht er noch durch. Zeit wird es.

Foto Quelle : Google

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By Ben
BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

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Zum Finden berufen, zum Suchen verdammt.

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