BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

Eine Konstante namens Ben

Die Ermordung  von Irgendwas, schreite langsam voran – wenn überhaupt. Man bewegt sich im Ungewissen, verweilt im Wollen statt im Werden. Das nervt, erschafft die allzu bekannte abwärts Spirale aus Nichts die einem gekonnt einredet, dass alles ganz schlimm ist dabei ist de facto gar nichts. Man lebt, arbeitet, sportet. Keine aufregende Existenz, aber es gibt schlimmere. Man war an schlimmeren Orten, es lässt sich hier aushalten. Mitunter zeigt die Einsamkeit ihre hässliche Fratze. Gute Mittel hat man immer noch nicht entwickelt ihr zu begegnen. Man hält halt aus und dann ist es irgendwann wie immer. Selbst die Dramen folgen einem bestimmten, immer gleichen und nicht mehr zu schlimmen Muster. Und ab und an findet man sich Arm in Arm mit seinen Dämonen, sich gegenseitig Trost spenden. Man ist an einem guten Ort oder zumindest an einem besseren als noch vor 1-2 Jahren. Ein Job der große Freude macht, sich richtig und wichtig anfühlt. Auch wenn man natürlich nicht die Welt rettet, so gibt es Struktur und Zufriedenheit. Insofern dieser Mensch überhaupt weiß, was Zufriedenheit eigentlich genau sein soll. Man hat eine Idee davon und an diese Idee klammert man sich. 

Einiges ging in die richtige Richtung, anderes steckt fest und wieder andere Dinge scheinen sich langsam wieder zurück zu entwickeln. Was den Schreibenden wirklich ärgert – die Verschwendung der Einsamkeit und der dunklen Gefühle. Gibt es bessere Voraussetzungen um sich kreativ auszutoben? Zeit und Gefühle die die Feder führen? Doch es entsteht nichts. Nicht immer nur der Zeit, sondern vor allem der Lust geschuldet. Energie in Ermangelung einer besseren Ausrede. Und man fragt sich – wird dies nun immer so sein? Wird man immer nur wollen, aber nie können? Allem was Disziplin erfordert, kommt man mehr oder minder nach. Doch dort wo es um den Ausdruck seiner Selbst gehen soll, wo Dinge entstehen die einfach nur mein sind, dort scheitert man. Monat um Monat, Jahr um Jahr. Auch wenn ich dieser Realität nicht gänzlich entfliehen kann, diesem ambivalenten Gefängnis des Wollens, so würde ich davon zumindest ab und an mal Urlaub machen wollen. Nur von Zeit zu Zeit etwas erschaffen, ein wenig Kreativität spürend – ist das denn zu viel verlangt? Das wird man jawohl nochmal wollen dürfen?

Wahrlich, es mangelt nicht an Ideen. Und ich frage mich – warum gelingt es mir nicht einfach mal alle Kurzgeschichten Ideen die ich habe abzuarbeiten? 6-7 Ideen, einfach mal aufschreiben. Das wäre doch schon mal was. Weil es sich eben wie Arbeit anfühlt. Arbeiten, tue ich gerne. Widme dem meine Freizeit und Leidenschaft. Das ist nicht mal für mich und doch ziehe ich daraus ja irgendeine Art von Befriedigung. Sollte das Erschaffen meiner eigenen Welten mir nicht noch viel mehr bringen? Meine Arbeit hat ein gewisses Publikum, meine Schreiberei eigentlich nicht. Dieser Blog ist öffentlich, könnte aber genauso gut gesperrt sein. Wer liest schon Blogs? Eben. Vielleicht ist es wirklich das? Wozu die Zeit investieren wenn es eh niemand mitbekommt? Auf der anderen Seite – ich wüsste gar nicht ob ich damit klar kommen würde tatsächlich ein Publikum zu haben… Welch abstrakte, sinnlose Gedanken. Was ich hier mit diesem Blog doch als erstes erreichen wollte, war das Schreiben erlernen, das Handwerk was mich so fasziniert vertiefen und darin besser werden. Über das Schreiben schreiben und eben, schreiben. Stattdessen schreibe ich – wie in früheren Iterationen meines Bloggenden Selbst – vor allem darüber warum ich nicht schreibe. Zumindest, bleibe ich mir treu. Eine Konstante namens Ben.

Zum Ende des Jahres wollte ich etwas erschaffen haben, eine meiner Idee konsequent verfolgt haben. Außer herzlose Versuche, habe ich Ende September nichts vorzuweisen. Das deprimiert. Darin zu verharren, bringt mir jedoch nichts. Frust füllt keine Seiten, wobei dieser Artikel jetzt schon aus knapp 600 Wörtern besteht… Ich blicke mit Entsetzen, zunehmender Fassungslosigkeit auf die politische und gesellschaftliche Situation unseres Landes. Ich bin wütend, traurig und ich habe Angst. Ich bin mir unsicher ob wir die Situation überhöhen oder aber ihr zu wenig Aufmerksamkeit schenken. Ich frage mich, was mein Platz in alle dem sein könnte, wo kann ich wirken? Natürlich bin ich Demokrat, natürlich verurteile ich Hass, natürlich nutze ich alle demokratischen Mittel um mich auszudrücken und die freie Gesellschaft zu verteidigen. Aber außer Wahlen und Demonstrationen ist das ja nicht viel. Ich frage mich, kann ich etwas anderes tun, kann ich mir und damit vielleicht anderen auch anders Gehört verschaffen? Ich habe da diese Idee, eine positive Idee. Nicht direkt ein Manifest, eher ein Vorschlag. Keine Satire, sondern ein positiver Denkbeitrag. Ich frage mich, ob das eine gute Idee ist. Ich frage mich ob dies etwas ist, das ich – neben dieser anderen Satire-Idee die mich nicht loslässt – angehen sollte. Vielleicht sollte ich mir einmal die Zeit nehmen etwas konkreter darüber nachzudenken wie das aussehen könnte…

Zumindest möchte ich mich hier wieder öfter blicken lassen. Schon um mich abzulenken. Die Podcast-Idee habe ich zunächst wieder zu den Akten gelegt. Wozu der Aufwand, wenn es doch im Nichts versiegen würde. Es passt zurzeit einfach nicht in meinem Alltag. Ich würde mir selber nicht gerecht werden und Frust produzieren, wer braucht das? Aber ab und an hier ein paar Gedanken zu virtuellen Papier bringen, das sollte drin sein. Und vielleicht bringt es mich wieder näher an das Wort. Vielleicht schaffe ich es so wieder öfter im Schreiben Urlaub zu machen, seie es nur Kurztrips. Um Ablenkung ist der Sehnsüchtige froh, er braucht ein wenig Gedankenfreiheit fernab von Gefühlstiraden denen er nichts sinnvolles entgegen zu setzen hat. Am Anfang war das Wort. Am Ende auch und dazwischen sowieso. 

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Zum Finden berufen, zum Suchen verdammt.

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