BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

Die Idee von Erfolg

Vor etwas mehr als drei Monaten schlug ich dieses neue Kapitel auf. Frische Seiten die meine Reise zu mehr ich, dem Autoren der irgendwo in mir schlummert, dokumentieren sollten. Wahnsinnig erfolgreich war ich damit bisher nicht. So fiel ich vor ein paar Wochen der Verzweiflung einher. Ich fragte mich, warum ich eigentlich schreiben will. Warum ausgerechnet dies mein Traum ist und wenn es mehr als nur das ist, warum es mir dann so verdammt schwer fällt ihn in die Tat umzusetzen. Ich muss mich zum Schreiben zwingen und das, ist alles andere als traumhaft.

So trat ich in einen Dialog mit mir selbst. Versuchte mir schmerzhafte Fragen zu stellen und ehrliche Antworten zu finden. Merkwürdigerweise, waren es nicht allzu viele Fragen die mir in den Sinn kamen. Ich war merkwürdig sprachlos. Doch eine Frage dominierte: Warum will ich überhaupt schreiben?

Warum glaube ich das dies mehr als ein Traum, ein Hirngespinst ist? Was lässt mich glauben das dieser Traum es wert ist, dafür zu leiden? Und soll das überhaupt so sein? Dazu kann ich viel oder wenig sagen. Die Wahrheit ist, ich glaube das dies das einzige ist was ich einigermaßen kann und was mir wirklich etwas bedeutet. Worte sind meine Freunde sagt Alan Shore. Ich brauche Freunde. Ich weiß das dies die einzige Therapie sein kann, die mir wirklich helfen könnte. Und das ist der Grund, warum ich seit Jahren zögere und im Versuchen verharre. Oder noch davor. Was, wenn ich scheitere? Was, wenn ich erkennen muss, kein Talent zu besitzen und dies nicht wirklich zu können? Ich weiß einfach, dass es keinen Plan B für mich gibt. Gewissermaßen ringe ich um meine Existenz, meine Seele wenn man so will.

Neben all den anderen Stellschrauben an denen ich gerade drehe, versuchte ich also mich zu fokussieren, mich für eine meiner Ideen zu  entscheiden und einfach drauf los zu schreiben. Stephen King sagt, er müsse seine Geschichten schreibend entdecken. Ich bin nicht Stephen King. Ich verfasste ein Kapitel was lichte Momente hat, mich letztlich aber nicht überzeugte. Es animierte mich einfach nicht dazu weiter zu schreiben. Das zog mich ziemlich runter, denn an sich mag ich die Idee mit der ich mich da beschäftigt hatte. Ich weiß, der erste Entwurf ist immer Mist. Und vielleicht muss ich mich zwingen weiter zu schreiben. Die Wahrheit ist aber, ich kenne zwar das Ende, ich weiß worum es gehen solle, aber ich hatte keine Idee wie es nach dem ersten Kapitel weiter gehen soll.

Ein paar Tage später kamen mir jedoch Ideen für andere Dinge die ich eigentlich gerade beiseite und zu Kolumnen degradiert hatte. Alles was ich zuvor zur Entscheidungsfindung beschlossen hatte, ist jetzt schon wieder Null und Nichtig. Und ich frage mich, ob das okay ist.

Ich denke schon das es Sinn macht, sich auf etwas zu fokussieren und es dann abzuarbeiten. Stück für Stück. Schreiben, ist ein Handwerk. Es ist eine einsame Angelegenheit, sagt man. Aber sollte es nicht vor allem Spaß machen? Ich habe schon öfter gelesen das erfolgreiche Autoren nicht immer gerade Lust haben zu schreiben. Sie fühlen sich auch nicht immer kreativ. Sie setzen sich hin und schreiben. Und erst währenddessen passiert etwas. Auf dieses unscheinbare etwas warte ich. Und ich weiß, dass es mich nicht beim Scheißen ereilen wird. Ich muss dem einfach mehr Zeit widmen. Dem Schreiben, nicht dem Scheißen.

Die letzten Tage habe ich lose an einer Idee gearbeitet die ich nun auch schon eine Weile mit mir herum trage. Es ist letztlich nicht das was ich wirklich tun will. Sie hat keine eigene Geschichte, keine Figuren. Sie hat den Vorteil das es sie so denke ich noch nicht gibt, oder zumindest nicht im Mainstream. Ob sie ein Publikum finden könnte, weiß ich nicht. Eventuell ist es auch nicht mehr als eine Kolumne. Ich werde noch ein wenig daran feilen und ihr hier ein Kapitel widme sollte ich damit Fortschritte machen. Es ist wirklich nicht das, was ich tun will. Wovon ich träume. Vielleicht bin ich aber auch noch nicht soweit. Vielleicht können mir diese Projekte die Schule sein, die Inspiration an Fleiß die ich gerade brauche. Wie beim ReduzierBen brauche ich einen Anfang, ein wenig Motivation um mir den Rest des Weges zu erleuchten. Die Idee von Erfolg.

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By Ben
BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

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Zum Finden berufen, zum Suchen verdammt.

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