BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

Das Haus der Worte

Ich habe ein Talent dafür viel zu schreiben und wenig zu sagen. Wenn ich Worte nicht so schätzen würde, sie mir nicht so viel bedeuten würden, würde ich Politiker werden, sie in Hülsen verpacken und damit Millionen verführen. Ich schweife ab, auch das ist schon irgendwie eine verkorkste Tradition. Wird klar was ich hier vor habe?

Mehr noch als das was folgt, schreibe ich die ersten paar Artikel immer für mich selbst. Um das was ich beginne für mich selbst einordnen zu können. Es ist wie das Transkript eines Selbstgespräches. Die Intensiv-Kur für meinen ersten, interessierten Leser – mich selbst. Am Ende, schreibt man immer für sich selbst auch wenn man natürlich hofft, irgendwann ein mal andere dafür begeistern zu können. Soweit bin ich aber noch gar nicht.

Diese bescheidenen Seiten sind der Versuch eines Autorenblogs, einzig und allein der Erschaffung von Worten und damit Welten und Gestalten gewidmet. Schreiben ist eine einsame Angelegenheit sagt man, somit soll dies meine Festung der Einsamkeit sein, welche ich dem Zeitgeist entsprechen mit allen teile, die daran Interesse haben.

Es liegt in meiner Natur den letzten vor dem ersten Schritt zu tun. So arbeite ich am Dach, während das Fundament noch nicht mal ganz trocken ist. Somit ist es kein Wunder das man sich immer wieder selbst im Wege steht und sich fragt, wer zum Teufel einen da eigentlich gegenüber steht. Dann wiederum heißt es, dass man noch Chaos in sich spüren muss um einen tanzenden Stern gebären zu können (Nietzsche). Chaos gibt es genug, doch zu lange wurde es nicht der Kreativität geopfert. Dies soll mein Opferstein sein, auf dem ich meine Ideen der Wirklichkeit darreichen möchte und hoffe, dass sie sich als würdig erweisen.

Ebenso ist es ein Wesenszug des Schreibenden sich in endlosen Metaphern zu verlieren. Als Leser empfinde ich das dann und wann als recht irritierend, aber haben sie vertrauen – der Schreibende weißt durch aus nicht was er hier tut.

Warum schreibe ich? Weil ich nichts anderes kann, denke ich. Weil ich nicht weiß wie ich mich anders ausdrücken soll. Weil ich weiß, oder zumindest wusste wie man nur mit Worten Welten erschafft und sie wieder vernichtet. Ich schreibe, weil ich zu oft sprachlos bin während mein Verstand fast platzt vor Worten. Moses Pelham sagte über seine Kunst einst „Dieser Scheiß ist Therapie.“ So war es einmal und ich wünsche mir, dass es wieder so ist. Ich will etwas zurück, was ich einst verlor und mit dem es mir besser ging. Während ich meine Person hier nicht zu sehr thematisieren möchte, so geht es nicht persönlicher als das.

Will ich schreiben oder schreibe ich? Nun, ich arbeite lose an verschiedenen größeren Projekten auf die ich nach und nach eingehen werde. In wie fern ich hier etwas davon veröffentlichen werde, weiß ich noch nicht. Auf jeden Fall werde ich aber über den Prozess des Schreiben schreiben, ohne dies wieder zu einer Ausrede verkommen zu lassen. Darüber hinaus nehme ich mir aber vor neben gelegentlichen  Kommentaren einmal pro Woche einen Text, eine kurze Geschichte oder Glosse zu veröffentlichen. Dazu mache ich mir regelmäßig Notizen und ich hoffe sehr das ich die Muse finde, die eine oder andere Geschichte daraus zu knüpfen. Es gibt ein paar alte Geschichte von mir, die ich evtl. in überarbeiteter Form hier veröffentlichen werde. So nimmt das Haus der Worte Gestalt an, nicht immer strukturiert, aber mit viel Leidenschaft.

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By Ben
BENSTAGE 17.4 Von der Chance einer Möglichkeit

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Zum Finden berufen, zum Suchen verdammt.

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